Samstag, 8. August 2026

Premiere in Estland

Es geht weiter mit den Premieren für "meine" Rapid in europäischen Gefilden. Nach Andorra brachte das Los nun für die dritte Qualifikationsrunde zu UEFA Conference League 2026/27 einen Gegner aus Estland. Der Klub Paide Linnameeskond, eigentlich daheim rund eine Stunde von der wunderschönen Hauptstadt Tallinn, setzte sich etwas überraschend vorher gegen den FK Zira aus Aserbaidschan durch und "ersparte" mir somit die dritte Reise ans Kaspische Meer nach 2011 (mit dem Nationalteam) und 2022 (mit Rapid), als wir jeweils in Baku spielten.

Dieses Mal also Tallinn, wo ich vor rund 15 Jahren schon einmal auf einem zweitätigen UEFA-Workshop sein durfte und ich die Stadt in sehr guter Erinnerung behielt - zurecht, es war auch heuer wieder ein Erlebnis, die Altstadt ist völlig zurecht UNESCO-Weltkulturerbe! 

Los ging es am Mittwoch Vormittag per Charter (ukrainische Fluglinie "Sky Up" mit der wieder kreativen Flugnummer "U51140"), um 14:17 Uhr Ortszeit landeten wir überpünktlich am sehr schmucken Airport der estnischen Hauptstadt. Von dort nur knapp 20 Minuten per Bus ins Teamhotel, ein wunderschönes Hotel der "Renaissance"-Gruppe, keine zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Nach der bisher ungekannten Hitzewelle in Wien mit Temperaturen an und über(!) 40 Grad waren die klimatischen Bedingungen ein absoluter Traum, maximal 25 Grad untertags und am Abend bzw in der Nacht angenehm kühl bei knapp unter 20 Grad. 

Trainiert und gespielt wurde im Nationalstadion, der "A. Le Coq Arena", benannt nach einer Biermarke - im UEFA-Sprech heißt es "Lilleküla Stadium". Dort fand 2018 das UEFA-Supercup-Finale statt (Madrid vs Madrid mit einem 4:2-Sieg in der Verlängerung für Atlético) und gewann das ÖFB-Team im November 2023 mit 2:0! Am Mittwoch zuerst eine kurze Pressekonferenz mit Bendegúz Bolla und unserem Coach Johannes Hoff Thorup vor einer Handvoll heimischer Medienverterter und Martin Lang vom ORF, der als einziger Journalist aus Österreich mitkam. Da wir etwas verspätet aus dem Hotel wegfuhren starteten wir eine akademische Viertelstunde nach dem ursprünglich angesetzten Termin, waren aber ohnehin sehr flott und so ging das Abschlusstraining fast pünktlich 24 Stunden vor Ankick um 19:00 Uhr los! 

Am Abend ein netter Ausflug in die "Old Town" mit einem gediegenen Essen im bekannten Lokal "Olde Hansa", wo ich schon mit der UEFA ca. 2010 ein "großes Fressen" genoßen hatte und in dem u.a. Bärenfleisch auf der Speisekarte einen sehr prominenten Platz hat. Die Preise sind sehr nordeuropäisch, das Krügerl Bier dort knapp 9 Euro. Am "Rathausplatz" noch einen Absacker und dann relativ zeitig retour ins Hotel. 

Am Spieltag hatte ich die Chance, die Altstadt auch bei Tageslicht zu erkunden, war ebenfalls beeindruckend und besucht ist Tallinn auch aufgrund der anlegenden Kreuzfahrtschiffe mehr als gut! Das Match selbst fand dann vor etwas mehr als 5.500 Fans statt, für Paide außergewöhnlich, kicken sie doch sonst vor wenigen hundert Zuschauern. Gute Stimmung und im netten Medienbereich hätte es sogar ausreichend (Dosen)Bier von A. Le Coq gegeben. Das Match selbst war kein großes Fußballfest, endete für uns aber mehr als zufriedenstellend mit einem klaren 4:1-Auswärtssieg, bei dem die drei Treffer zum Sieg allesamt in der Rapidviertelstunde innerhalb von elf Minuten fielen! 

Direkt nach Spielende wieder zum Flughafen, dort was sogar noch Zeit für ein Getränk und um 00:45 Uhr landeten wir schon wieder - allerdings in Bratislava (dieses Mal keine Ausnahmelandegenehmigung am Airport Vienna). Von dort mit Bussen retour nach Wien und gegen 3 Uhr früh ging es dann für mich in der heimischen Wohnung doch sehr müde zur Bettruhe! 

Anbei einige Impressionen:




















































Mittwoch, 5. August 2026

RAPID LIEBE - Eine Sky Doku der anderen Art

Seit wenigen Tagen abrufbar und seit Montag auch kostenlos für all jene, die kein Sky-Abo oder ähnliches haben. 

Unter dem Titel "Rapid Liebe" hat Filmemacher Christopher Jochum, den ich seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht nur kenne, sondern auch überaus schätze, einen rund einstündigen Film gestaltet, der "meine" Rapid in vielen Facetten zeigt und für viele sicher auch überraschend Protagonisten aus Kunst & Kultur ins Bild rückt. Nicholas Ofczarek, Der Nino aus Wien, Florian Scheuba und Dirk Stermann, dazu Klubikonen wie Hans Krankl, Andi Herzog, Steffen Hofmann oder Antonín Panenka und auch Menschen, die aus verschiedenen Teilen der Anhängerschaft kommen.

Eine klassische Saisondoku war nie geplant, trotzdem gibt es auch kurze Einblicke in die Kabine zu den Trainern der letzten Saison (neben Johannes Hoff Thorup auch Peter Stöger, der neben Markus Katzer der eigentliche Initiator dieser Doku von Klubseite war) oder in ein abschließendes Transfergespräch (Yusuf Demir).

Ich bin stolz, dass ich mit Ideen und Kontakten einen kleinen Teil zum Gelingen beitragen durfte, ohne die grandiose Arbeit von Christoph Jochum und seinen Team wäre das Ergebnis aber nie so leiwand geworden. Schade nur, dass wir (zu wenig) Material von sportlichen Erfolgen aus der jüngsten Vergangenheit dabei hatten.

Mit "Die Rapid" hat Sky vor wenigen Monaten übrigens auch eine sehr gelungene (mehrteilige) Doku über das grün-weiße Frauenteam produziert, damals mit riesiger Unterstützung des grün-weißen "Digital-Media"-Teams rund um Simone Bintinger, Sarah Pum, Mario Roemer, Lukas Marek und Tristan Ruschka! Sollte man auch gesehen haben! 

Hier die knapp 60 Minuten "RAPID LIEBE":






Samstag, 25. Juli 2026

Premiere in Andorra

 Qualifikationsspiele in der UEFA Conference League sind manchmal gleichbedeutend mit vergleichsweise "exotischen" Destinationen". Bescherte mir im Vorjahr Runde 2 eine Premiere in Montenegro, so war es heuer der Kleinstaat Andorra, gelegen auf einer Hochebene in den Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien. Der französische Einfluss blieb mir beim relativ kurzen Aufenthalt eher verborgen, die rund 25.000 Einwohner*innen beherbergende Hauptstadt Andorra la Vella (bedeutet "Alt-Andorra") fühlt sich sehr spanisch an, Amtssprache ist katalanisch. 

In Catalunya liegen auch die beiden internationalen Flughäfen, die dem nicht einmal 100.000 Menschen zählenden Andorra relativ nahe liegen. Barcelona und Girona, trotzdem ist der Begriff "nahe" in dem Fall sehr relativ. Für uns ging es am Vormittag mit der mit bis dahin unbekannten "Air Horizon" aus Wien Schwechat los, die Flugnummer "HAT1899" war beim Hinflug fast so gut gewählt wie jene beim Rückflug ("HAT1140"). Fast punktgenau zu High Noon erfolgte die Landung, der Flieger war bis auf den letzten Sitz ausgebucht und in Girona ging es bei mindestens 35 Grad Hitze in die Busse. 

Von dort aus folgte ein rund dreistündige Fahrt in die auf fast genau 1.000 Meter Seehöhe gelegene Hauptstadt von Andorra, die Grenzkontrolle fiel überschaubar aus, obwohl Andorra kein EU-Mitglied ist. Zahlungsmittel ist trotzdem der Euro, die Roaming-Kosten können trotzdem absurd hoch sein, was aber eine "Holafly-E-Sim" zu verhindern wusste.

Auch wenn alle Wetter-Apps aktuelle Temperaturen von knapp unter 30 Grad auswarfen, erwartete uns eine brutale Hitze bei der Ankunft (der Anzeige bei der benachbarten Apotheke, die 35 Grad meldete, traue ich mehr) im durchaus mondänen Teamquartier, einem "Plaza"-Hotel. Knapp vor 16 Uhr schnell auf das Zimmer, rein in kurze Hose und T-Shirt und ein kleiner Snack (für mich natürlich ein Sandwich mit Jamon und Käse!). Um 19:00 Uhr war dann das Abschlusstraining angesetzt, die Fahrt vom Hotel zum Spielort, dem rund 3.300 Personen fassenden Nationalstadion ("Estadi Nacional") war nicht der Rede wert - rund fünf Minuten. Die obligatorische Pressekonferenz fiel aus, denn aus Österreich war kein Medium vor Ort, der hiesige öffentlich-rechtliche Rundfunk war mit einem keine zwei Minuten dauernden Interview mit unserem Coach Johannes Hoff Thorup mehr als happy. Ähnlich überigens dann am Matchtag, denn das Match wurde nicht im herkömmlichen TV-Standard produziert, sondern lediglich für den Wettmarkt und ein Portal namens "Solidsport.com" gestreamt, im letzteren Fall als "Pay-Per-View-Modell" zum regulären Preis von 15 Euro! Zumindest wurde uns von dem sehr kooperativen Portal aber ein Link zu einem stark vergünstigten Angebot (8,99 Euro) für die Rapid-Mitglieder und/oder "Season-Ticket-Holder" zugesichert und auch eingehalten. Die Übertragung klappte, das Feedback jener, die das Match so verfolgt haben, war recht okay und die Herrschaften von Solidsport sehr happy über die Anzahl der Pay-per-Views. Und da die technischen Voraussetzungen im Estadi Nacional überraschend gut waren, boten meine engagierten Kollegen aus dem Digital Media-Team des SCR sogar noch eine gratis Internet-Radio-Übertragung an - gracias, Lukas & Mario! 

Nun denn, Andorra la Vella ist ein sehr nettes Städtchen mit lässigen Lokalen und einigen sehenswerten Foto-Spots (selbst ein Skulptur des großen Salvador Dali ist dort zu sehen - "La noblesse du temps"), doch untertags war es fast zu heiß um die klimatisierten Räume zu verlassen. Für die Sportler sowieso. Doch sobald die Sonne nicht mehr herbrannte (das war spätestens ab Beginn von Abschlusstraining und Match um jeweils 19 Uhr der Fall), war es ganz angenehm. Auf Kunstrasen ging die Partie so über die Bühne, am Ende hieß es 3:1 für "meine" Rapid, eine mehr als gute Ausgangsposition für das Rückspiel kommende Woche in Hütteldorf. Für Klub TV und Medienservice waren meinerseits nach Spielende noch einige Stimmen von Trainer, Geschäftsführer Sport und Spielern einzuholen und zu versenden, knapp vor 22 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Flughafen Girona und um 5:30 Uhr öffnete ich meine Wohnungstür in Wien. Ein entspannter Kurz-Trip sieht anders aus, aber wir waren ja nicht zum Spaß hoch oben in der Hochebene! 


Hier ein paar Impressionen: