Sonntag, 18. Januar 2026

No Way Home

Mein bereits 18. Roman aus dem Schaffen von T.C. Boyle, der mich besonders mit seinen frühen Werken begeisterte, die in in der schönen Studentenzeit in ab Mitte der 1990-er-Jahre förmlich verschlungen habe. Letztes Jahr war ich mal wieder von einem Roman des US-Amerikaners recht begeistert, "Blue Skies" habe ich Anfang 2025 als Taschenbuch gelesen und als klar war, dass im gleichen Jahr bereits der nächste Roman zur Veröffentlichung ansteht, wusste ich, es wird mal wieder ein Hardcover! 



Boyle ist im deutschsprachigen Raum wohl noch populärer als in seiner Heimat, damit wäre zumindest die skurrile Situation erklärbar, dass "No Way Home" (so auch der deutschsprachige Titel) im Orginal erst heuer erscheint. Ich hatte das Vergnügen, am 19. November 2025 einer wunderbaren Veranstaltung im Wiener Konzerthaus beizuwohnen, dort las der deutsche Schauspieler Ben Becker grandios aus dem Buch und Boyle gab im Zwiegespräch seine interessanten Gedanken zum Besten.

"No Way Home", ein Weihnachtsgeschenk übrigens, habe kurz nach Dreikönig schließlich ich in Wien begonnen, fast 100 Seiten im Flieger nach Alicante gelesen und schlussendlich an drei Abenden im Rapid-Trainingslager an der Costa Blanca bei Benidorm finalisiert. Der Roman kommt nicht an die genialen Werke aus der "Frühzeit" des Autors heran, trotzdem haben mich die knapp 400 Seiten mehr als gut unterhalten. Eher untypisch, dass Boyle eine toxische Dreierbeziehung in den Mittelpunkt der Handlung stellt, aber dafür kommt das für ihn (und uns alle) wichtige Theme Klimawandel (großteils ist die Story in Nevada angesiedelt) nicht zu kurz, detto die gesellschaftliche Spaltung in den USA unter dem Trump-Regime. 

Mehr zu "No Way Home" gibt es u.a. hier:
DER STANDARD
NDR
SWR 
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Freitag, 9. Januar 2026

Fabula Rasa

Das junge Lesejahr 2026 geht bestens weiter. Zwischen Neujahr und Dreikönig stand schließlich der neue Roman der von mir auch privat sehr geschätzten Vea Kaiser auf dem Programm. Sechs Jahre zogen durch das Land, seit die noch immer junge Schriftstellerin ihren dritten Roman (der mir wie die Vorgänger bestens gefallen hat) "Rückwärtswalzer oder Die Manen der der Familie Prischinger" veröffentlicht hat. Viel ist in ihrem Leben seither passiert und nun folgt ihr erstes Werk als mittlerweile zweifache Mutter, was in "Fabula rasa oder Die Königin des Grand Hotels" auch (zurecht) thematisiert wird. 



Der neue Roman erschien im Oktober letzten Jahres und bekam eine umfangreiche und positive mediale Resonanz. Mir lief die Autorin ein Monat später zufällig in meinem Stammlokal, wo sie früher auch öfter anzutreffen war, über den Weg und freundlicherweise hatte sie nicht nur ein Exemplar des Buches dabei, sondern schenkte es mir mit einer reizenden Widmung. Daher bin ich natürlich alles andere als objektiv, da ich mich darüber wirklich sehr gefreut habe. Fixer Vorsatz war, das Werk in Ruhe in den "Weihnachtsferien" zu lesen, was nun auch gelang, obwohl von "Ferien" wenig Spur war und ich ab 28. Dezember beruflich richtig eingespannt war.

"Fabula Rasa" bietet auf alle Fälle wieder ein wunderbares Lesevergnügen und ist mit knapp 570 Seiten opulent, hätte aber ruhig noch länger sein dürfen. Eine schöne Zeitreise ins Wien der 1980-er und 90-er-Jahre inkludiert, ein Wiederlesen mit vielen Lieblingsplätzen meiner Studentenzeit machte die Lektüre noch kurzweiliger. Intelligente Unterhaltungsliteratur und daher wenig überraschend eine klare Lesempfehlung verbunden mit der Hoffnung, dass Roman Nummer 5 der gebürtigen Niederösterreicherin nicht allzu lange auf sich warten lässt. Für mich ist es aber ohnehin ein kleines Wunder, dass ein solcher Roman "neben" dem Aufziehen von zwei kleinen Kindern überhaupt geschrieben werden kann.

Mehr zu "Fabula rasa oder Die Königin des Grand Hotels" u.a. hier:



Samstag, 3. Januar 2026

Meine Top-Romane gelesen in 2025

Und wieder ist ein Jahr vorbei und damit Zeit für meinen schon traditionellen Beitrag über jene, Romane die mich (unabhängig von ihrem Erscheinungsdatum) im abgelaufenen Jahr besonders begeistert haben.

Es waren ungewöhnlich viele anno 2025 und wie üblich waren viele davon als Geschenk zu mir gewandert. 27 Romane schaffte ich in den letzten 12 Monaten, gleich ein Drittel davon im dreiwöchigen Jahresurlaub auf Kreta im Oktober, danach ging - auch das gefühlt seit langer Zeit ein Muster - fast gar nix mehr bis zum Tag vor dem Heiligen Abend. 

Und hier meine Roman-Favoriten aus jenen Werken, die ich zwischen Jänner und Dezember 2025 gelesen habe. Sie ist lang, könnte sogar noch länger sein, denn mit einer einzigen Ausnahme haben mir diese 27 Bücher alle wunderbare Lesestunden beschert. Daher war es schwer, auf 13 Stück zu reduzieren, hier aufgelistet in alphatischer Reihenfolge nach dem Nachnamen der Autor:innen.

TC BOYLE - Blue Skies

Michael EBERT - Nicht von dieser Welt

Nino HARATISCHWILI - Das achte Leben (Für Brilka)

John IRVING - Königin Esther

Anthony McCARTEN - Going zero

Francesca MELANDRI - Alle, außer mir



Paul MURRAY - Der Stich der Biene 

Gaea SCHOETERS - Trophäe 

Robert SEETHALER - Der Trafikant

Lavie TIDHAR - Maror 

Chris WHITAKER - Von hier bis zum Anfang


"Der Stich der Biene" von Paul Murray war mein absoluter Roman-Favorit anno 2025. Gelesen vorwiegend vor der wunderbaren Fidlerstallhütte im niederösterreichischen Wiesenbachtal! 



Mehr "Best of des Jahres":