Samstag, 23. Mai 2026

Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht

Nach der Lektüre des Vorabdruckes eines Kapitels des Reiseromans "Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht" habe ich mich richtig auf dieses Werk von Lukas Matzinger, seines Zeichens Edelfeder der Wiener Stadtzeitung "FALTER" und dort Verfasser wunderbar zu lesender Artikel (vor einem knappen Jahrzehnt einmal eine Coverstory mit einem Portrait des damaligen "Fußballgottes" Steffen Hofmann; damals lernte ich den Steirer mit dem kleine Makel "Sturm-Fan" auch kennen und schätzen), gefreut.




Zu meiner Überraschung war das mit 300 Seiten viel zu kurz gehaltene Werk nicht als Geschenk anlässlich meines vergangenen Wiegefestes auffindbar, daher erwarb ich es umgehend bei der nächsten Möglichkeit im neuen Lebensjahr. Das Buch, verfeinert mit tollen Fotos von Matzinger´s Lebens- und Reisebegleiterin, der Oberösterreicherin Olivia Wimmer, zog mich von der ersten Zeile in seinen Bann. 

Der Autor ist mit einer grandiosen Fabulierkunst gesegnet und bietet der Leserschaft herrliche Einblicke in die fast einjährige Autoreise (mit einem mehr als 40 Jahre alten "T3"-VW-Bus) über rund 35.000 Kilometer. Einmal China und zurück, an irren Erlebnisse und interessanten Geschichten darf man eintauchen. 

Eine absolute Leseempfehlung, meine Freude an der Lektüre konnte mir die Tatsache, dass ich die letzten rund 50 Seiten auf der Rückfahrt von einer bitteren Rapid-Niederlage beim SK Sturm aus Graz nach Wien auf einer der Rückbänke eines VW-Busses viel modernerer Prägung verschlungen habe, nur wenig vermiesen. Lesenswert in "Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht" ist ohnehin alles, sogar die Schilderung, wie der Autor bei rudimentärer Internetverbindung irgendwo im Nirgendwo den Meistertitel seiner "Schworzn" im Frühjahr 2024 mitverfolgte.

Mehr zum Roman u.a. hier:
FM 4
FALTER
Falter-podcast

Donnerstag, 14. Mai 2026

In einem Zug

Ein schönes Geburtstagsgeschenk war dieser Roman von Daniel Glattauer, den ich letztes Jahr mit der Lektüre von "Die spürst du nicht" quasi wieder entdeckt habe. Auch "In einem Zug" wurde zurecht ein absoluter Bestseller und die knapp 200 Seiten bieten beste Unterhaltung und vergehen wie im Flug.




Als Leserschaft läßt uns der 1960 geborene Autor an einer Zugfahrt (wohl mit der Westbahn, da die Reise in Hütteldorf startet) von Wien nach München teilnehmen, über jede Station gibt es einleitend witzige Anekdoten, ansonsten steht ein Gespräch zwischen der Hauptfigur, dem Schriftsteller Eduard "Edi" Brünnhofer und einer (vermeintlichen) Zufallsbekanntschaft im Mittelpunkt. Es geht um Liebe, das Schreiben und viele mehr und nimmt eine überraschende Wendung gegen Ende des wunderbaren Romans. Sollte man gelesen haben, gerne auch in einem Zug! 

Mehr zu "In einem Zug" zum Beispiel hier: 

Dienstag, 5. Mai 2026

Young Mungo

Vor knapp vier Jahren begeisterte mich die Lektüre des Romans "Shuggie Bain", für den der 1976 geborene schottische Autor Douglas Stuart den "Booker Prize" des Corona Jahres 2020 erhalten hatte. Dieses autobiographisch angehauchte Werk war sein Debüt und der Nachfolgeroman "Young Mungo", der mir nun im beruflich mal wieder turbulenten Frühling 2026 willkommene Abwechslung bereitete, erinnert sehr an das fantastische Vorgängerbuch.




Abermals ist die Handlung in der Heimat des Schriftstellers, dem (sehr) rauen Teil von Glasgow, angesiedelt. Die viel zu junge (dreifache) Mutter des schwulen Titelhelden erschüttert bei der Lektüre ebenso wie die höchst toxische Allgemeinlage im schottischen Elend der wohl frühen 1990-er-Jahre. Schwerster Alkoholismus, genug andere Drogensüchte, Arbeitslosigkeit und soziale Verrohung verhindern eine trotzdem schöne Liebesgeschichte zweier Außenseiter nur teilweise. 

Mich haben die etwas mehr als 400 Seiten allenfälls ähnlich beeindruckt hinterlassen wie das hoch dekorierte Erstlingswerk und ich bin schon sehr gespannt, was in Zukunft noch aus der Feder von Mister Stuart in die Buchform zu lesen sein wird.  Und ach ja, Fußball in Form von brutalen Kämpfen zwischen den "Fans" von Celtic und den Rangers, streng zugeordnet noch nach den katholischen Grün-Weißen und den protestantischen Blauen und nicht nur an Tagen des "Old Firm", ist auch immer wieder Thema rund um "Young Mungo" und vor allem die Bande dessen älteren Bruders Hamish......

Mehr zum Buch beispielsweise hier:
FM4
taz
Berliner Zeitung