Samstag, 17. Oktober 2026

Das entfesselte Jahrzehnt

Auch ein Sachbuch sollte in den diesjährigen Jahresurlaub nach Griechenland dabei sein und ich entschied mich (glücklicherweise) für "Das entfesselte Jahrzehnt - Sound und Geist der 70er". Für den 1969 geborenen (deutschen) Autor Jens Balzer beginnt dieses Jahrzehnt in seinem Geburtsjahr mit der Mondlandung und dem legendären Woodstock-Festival in den USA!




1978 ist dann schon Schluss, da beginnen wohl bereits die 80er, dazu gibt es wie für die beiden darauf folgenden Dekaden eigene Veröffentlichungen des Journalisten und Autors. "Das entfesselte Jahrzehnt" ist auf alle Fälle höchst interessant und auch für einen in diesem Zeitraum geborenen Lesesr wie mich eine kleine Zeitreise, die wirklich unterhaltsam und auch lehrreich ist. Populärkultur ist nicht das einzige Thema, auch Politik und gesellschaftliche Entwicklungen werden ausreichend beleuchtet. Eine Konstante im weit mehr als 400 Seiten umfangreichen Buch ist der von mir seit Jugendtagen verehrte David Bowie, der dieses Jahrzehnt offensichtlich auch aus Sicht des Autors, der als Musik- und Kulturjournalist bekannt ist, ganz maßgeblich geprägt hat. Reine Heldenverehrung für den Schöpfer von "Heroes" ist es freilich nicht, auch seine wohl durch zu viel Drogenkonsum fehlgeleitete kurze Phase mit Anbiederung an Faschisten findet Platz. Erschienen ist "Das entfesselte Jahrzehnt" ursprünglich 2019 bei Rowohlt, bislang gibt es meines Wissens keine Taschenbuchausgabe, sind aber auch die etwas mehr als 30 Euro für die Hardcover-Ausgabe (zB bei morawa.com mit etwas Wartezeit) gut investiertes Geld! 

Ich freue mich auf "High Energy (Die Achtziger - das pulsiernde Jahrzehnt)", "No Limit (Die Neunziger - das Jahrzehnt der Freiheit) und vielleicht auch auf "Confusion ist next (Die Nullerjahre - das Jahrzehnt des Umbruchs)". Mal schauen, ob ich die Lektüre auch wieder auf Symi, Rhodos und/oder Kreta genießen kann wie bei diesem schönen Buch! 

Mehr zu "Das entfesselte Jahrzehnt": 
Ö1
DER SPIEGEL
Deutschlandfunkkultur

Freitag, 16. Oktober 2026

Zeit der Verlierer

Ein Jahr pausierte die Serie rund um den Athener Polizisten Kostas Charitos, nun verhilft ihm sein Schöpfer Petros Markaris (seit letztem 1. Jänner 89 Jahre jung!) zu seinem 16. Fall. Das Original ist anno 2024 erschienen, in deutscher Sprache kam "Zorn der Verlierer" traditionell im Sommer im Schweizer Verlag Diogenes auf den Markt.


Auf deutlich unter 300 Seiten löst der Serienheld, ehemals Hautpkommissar bei der Polizeidirektion Attika und nun bereits Leitender Kriminaldirektor und somit Polizeichef von Athen (die Premiere hatte er bei "Aufstand der Frauen") mit seiner Nachfolgerin Antigoni Ferleki eine knifflige Mordserie im Mileu der Universitäten. Wie gewohnt mit viel famililären Geschichten und gastronomischen Seitenblicken (dieses Mal ganz besonders im Mittelpunkt das Tzatziki) und vielen liebgewonnen weiteren Protagonisten. Ebenso wie gewohnt sehr kurzweilig zum Lesen, für mich Markaris Nummer 4 in Serie, den ich in der Heimat des Autors lesen konnte. Nach dreimal auf Kreta dieses Mal an einem einzigen Tag auf der wunderbaren Dodekanes-Insel Symi. Möge mein quasi Namensvetter noch die ein oder andere Geschichte und um Kostas, Adriani, Lambros & Co erdenken und niederschreiben. 

Viel mehr zu "Zorn der Verlierer" findet man im Blog literaturkritik.de! 

Mehr in meinem Blog zu den letzten Fällen von Kostas Charitos:



Dienstag, 29. September 2026

Blendfeuer

Direkt nach Beendigung des ersten Teils der (Polit)Thriller-Trilogie um die Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong sowie den Politiker Jens Meidell mit dem Titel "Echokammer" ging es die Fortsetzung an. Diese erschien im Original auf in norwegischer Sprache anno 2025 unter dem Titel "De svarte engele", was auf deutsch schön mit "Die schwarzen Engel" zu übersetzen gewesen wäre (in englischer Sprache wurde es übrigens mit "The Black Widows" betitelt). Bei uns wurde es mit Erscheinen im Mai diesen Jahres zu "Blendfeuer", somit setzt sich halt eine Unart fort, die man zum Beispiel auch von den Titeln des Dänen Jussi Adler-Olsen kennt. Aber gut, zumindest gelang dem Autor, dem 1974 geborenen ehemaligen Journalisten Ingar Johnsrud, gleich wieder ein spannender und interessanter Roman, den ich auf Symi innerhalb von zweieinhalb Tagen "verschlungen" habe.



Es bleibt hochpolitisch, dieses Mal noch aktueller wie es scheint, es gilt einen Sprengstoffanschlag auf ein Flugzeug, das über der Ostsee zur Explosion gebracht wird und in dem einige ukrainische Soldaten an Bord waren, aufzuklären. Etwas mehr als 400 Seiten bietet der Page-Turner bestes Lesevergnügen und ich freue mich tatsächlich auf den 3. Band, wobei es mir nicht gelang, herauszufinden, wann dieser zu erwarten ist - weder in norwegischer (was mir eh nicht helfen würde) noch in deutscher Sprache! 

Mehr zum Roman:
NDR