Sonntag, 22. Februar 2026

Märzgefallene

Und weiter geht es mit meiner Nachlesung der wunderbaren historischen Krimi-Reihe um Gereon Rath im Berlin der Jahre 1929 bis 1938. Mit Teil 5 entführt Autor Volker Kutscher die Leserschaft ins Jahr 1933, die Vorgeschichte zu einer aufzuklärenden Mordserie liegt noch weiter zurück, im März 1917 während des Ersten Weltkriegs - somit ist auch der Titel "Märzgefallene" zu erklären.


Auf etwas mehr als 600 Seiten ist nicht nur Spannung garantiert, wie schon in den Vorgängerromanen wird auch auf einschneidende historische Ereignisse eingegangen beziehungsweise werden die bestens in die Geschichte eingebettet. Der Aufstieg des nationalsozialistischen Regimes mit Ausschaltung ihr nicht genehmer Politiker und Beamter, die Hatz auf jüdische Mitbürger, der Brand des Reichtags und zum Ende des Romans auch die Bücherverbrennung, bei der Werke von u.a. Erich Kästner oder Erich Maria Remarque in Flammenmeeren vernichtet wurden. 

Nebenbei spinnt der Autor die private (Liebes)Geschichte seines Titelhelden mit Charlotte "Charly" Ritter weiter, diese wird im Finish des wieder sehr gelungenen Werkes nun Charlotte Rath, einen Ziehsohn hat das Paar da übrigens auch schon längst. Ich freue mich auf Teil 6, der schon im immens hohen "Stapel der ungelesenen Bücher" auf seine Lektüre wartet und im Jahr 1934 die Geschichte weitererzählen wird.

Mehr zu "Märzgefallene":  Blog Kaffeehaussitzer - Blog booknerds

Teil 1 - 4: Der nasse Fisch - Der stumme Tod - Goldstein - Die Akte Vaterland 

Samstag, 14. Februar 2026

High Fidelity

Unglaubliche 30 Jahre ist es her, dass der grandiose Roman "High Fidelity" von Nick Hornby in deutscher Sprache erschien. 1996 veröffentlicht und im Frühsommer dieses Jahres habe ich ihn gelesen. Ach was, verschlungen!

Die Ausgabe mit dem schönen roten Cover, erschienen im Verlag "Kiepenheuer & Witsch" hat noch immer einen "Ehrenplatz" in meinem notorisch zu kleinen Bücherregal, übrigens direkt neben meiner Erstausgabe von "Fever Pitch", das seinerzeit zuerst mit dem deutschen Titel "Ballfieber" (mehr hier) erschien und ich nur wenige Tage nach "High Fidelity" verschlungen habe. 


Ich kann mich noch erinnern, dass mich die Lektüre sofort in den Bann zog, ein Blick auf die ersten Seiten weckt diese Reminiszenz sofort, Start mit einer ersten "Liste" - die "TOP FIVE meiner unvergeßlichsten Trennungen für die einsame Insel in chronologischer Reihenfolge". Die Hauptfigur des Romans, der Besitzer eines vom Zusperren bedrohten Plattengeschäfts (ja, damals war die Compact Disc auf Siegeszug) versucht sich gerade wieder an ein Leben als Single zu gewöhnen. Ein Wiederlesen mit diesem später auch erfolgreich verfilmten Werk (Kinofilm aus dem Jahr 2000 war ganz nett, die Amazon-Serie von 2020 ging bislang an mir vorbei) wäre nett. Ja, ich wäre gespannt, ob mich die rund 330 Seiten auch heute noch so begeistern würden wie im grandiosen Sommer 1996, als meine und die ganze Welt gefühlt noch viel besser, aber auf alle Fälle unbeschwerter war. 

Mehr zu "High Fidelity": Blog "Die Schreibmaschine" - DER SPIEGEL 

Sonntag, 18. Januar 2026

No Way Home

Mein bereits 18. Roman aus dem Schaffen von T.C. Boyle, der mich besonders mit seinen frühen Werken begeisterte, die in in der schönen Studentenzeit in ab Mitte der 1990-er-Jahre förmlich verschlungen habe. Letztes Jahr war ich mal wieder von einem Roman des US-Amerikaners recht begeistert, "Blue Skies" habe ich Anfang 2025 als Taschenbuch gelesen und als klar war, dass im gleichen Jahr bereits der nächste Roman zur Veröffentlichung ansteht, wusste ich, es wird mal wieder ein Hardcover! 



Boyle ist im deutschsprachigen Raum wohl noch populärer als in seiner Heimat, damit wäre zumindest die skurrile Situation erklärbar, dass "No Way Home" (so auch der deutschsprachige Titel) im Orginal erst heuer erscheint. Ich hatte das Vergnügen, am 19. November 2025 einer wunderbaren Veranstaltung im Wiener Konzerthaus beizuwohnen, dort las der deutsche Schauspieler Ben Becker grandios aus dem Buch und Boyle gab im Zwiegespräch seine interessanten Gedanken zum Besten.

"No Way Home", ein Weihnachtsgeschenk übrigens, habe kurz nach Dreikönig schließlich ich in Wien begonnen, fast 100 Seiten im Flieger nach Alicante gelesen und schlussendlich an drei Abenden im Rapid-Trainingslager an der Costa Blanca bei Benidorm finalisiert. Der Roman kommt nicht an die genialen Werke aus der "Frühzeit" des Autors heran, trotzdem haben mich die knapp 400 Seiten mehr als gut unterhalten. Eher untypisch, dass Boyle eine toxische Dreierbeziehung in den Mittelpunkt der Handlung stellt, aber dafür kommt das für ihn (und uns alle) wichtige Theme Klimawandel (großteils ist die Story in Nevada angesiedelt) nicht zu kurz, detto die gesellschaftliche Spaltung in den USA unter dem Trump-Regime. 

Mehr zu "No Way Home" gibt es u.a. hier:
DER STANDARD
NDR
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