Samstag, 6. August 2022

Baku - Part II

2011 durfte ich mit dem österreichischen Nationalteam erstmals nach Aserbaidschan, in die Hauptstadt Baku, reisen. Damals gelang ein 4:1-Auswärtssieg in einem ganz kleinen Stadion (dem "Dalga-Stadion", wenn ich mich recht entsinne), nun ging es mit dem SK Rapid knapp elf Jahre später wieder ans Kaspische Meer - gekickt wurde dieses Mal im Rahmen der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa Conference League - zu einem Gastspiel beim Neftçi PFK aus Baku, das in der 2012 eröffneten Bakcell-Arena (ab 2013, vorher hieß es 8-ci Kilometr Stadionu) ausgetragen wurde. 

Es war die Europacupreise, bei der die grün-weiße Mannschaft die meisten Kilometer zurücklegen musste, insgesamt betrug die Strecke jeweils 1.623 nautische Meilen (rund 3.000 Kilometer), wie ich vom Kapitän des AUA-Airbus "Marchfeld" höchstpersönlich erfragen durfte. Aufgrund des gesperrten Luftraums über der Ukraine und der Russischen Föderation kamen zur gewohnten Strecke noch ein paar Kilometer dazu und somit eine Spur weiter als in den 1980er-Jahren zu einem Gastspiel bei Fram Reykavik auf Island. Dort gab es damals übrigens eine 1:2-Niederlage und das wenige Monate nach dem Einzug ins Europacupfinale - allerdings flogen Hans Krankl und Co seinerzeit mit einem komfortablen 3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel in den hohen Norden. 

Egal, 2022 war es das Hinspiel und knapp nach 9:30 Uhr ging es am 3. August in einem fast vierstündigen Flug von Wien-Schwechat zum hypermodernen Airport Baku, benannt nach dem ehemaligen Präsidenten Heidar Alijew (praktischerweise ist nun sein Sohn Ilham Alijew, der dem Herrn Papa 2003 direkt nachfolgte, Staatsoberhaupt). Die Einreise dauerte ziemlich lange, Visa und Kontrolle der Impfzertifikate wurden penibelst vorgenommen, so dass wir erst rund 90 Minuten nach der Landung mit dem Bus in die Stadt starten konnten. Vorher wurden wir vom freundlichen österreichischen Botschafter, Thomas Schuller-Götzburg, auch noch herzlich begrüßt, der Diplomat stand uns schon im Vorfeld und auch vor Ort hilfreich zur Seite! Die Zeitumstellung (in Baku ist MESZ plus 2) tat ihr übriges und so hatten wir ein einigermaßen dichtes Programm. Nach dem Check-In im Teamquartier, einem mondänen Mariott Hotel direkt an der Boxenstraße des Formel-1-Grand-Prix, stand ein sehr spätes Mittagessen auf dem Programm. Zudem noch die eine oder andere Aufnahme für Rapid TV, jene rund ums Abschlusstraining mit Zoki Barišić und Steffen Hofmann geplanten, nahmen wir noch direkt beim Hotel vor. Die beiden wollten das Champions-League-Qualifikationsspiel zwischen Qarabag (eliminierten in der vorigen Runde den Schweizer Meister FC Zürich mit Franco Foda auf der Trainerbank der Eidgenossen) gegen Ferencvaros Budapest beobachten und ich durfte mich netterweise anschließen, während mein werter Kollege Mario in der Bakcell Arena die Leitung der internationalen Pressekonferenz übernahm. Österreichische Journalisten waren leider mit Ausnahme des ORF-Kollegen Martin Lang ohnehin nicht dabei! Das Match am Mittwoch war dann ein echtes Erlebnis, die Hausherren bestimmten die Partie und die Gäste aus Ungarn, unsere grün-weißen Freunde, mussten mit dem 1:1-Remis mehr als zufrieden sein. Gespielt wurde im ehemaligen Nationalstadion, dem Tofiq-Behramov-Stadion, das mit mehr als 30.000 lauten Fans restlos ausverkauft war. Das Stadion ist übrigens nach jenem Linienrichter benannt, der 1966 beim Wembley-Tor eine Hauptrolle spielte. 

Am Matchtag selbst - Kick-Off war um 21.00 Uhr Ortszeit - blieb erfreulicherweise auch noch etwas Zeit für einen Stadtrundgang, der bei gefühlt 40 Grad zwar extrem schweißtreibend, aber trotzdem lohnenswert war. Baku ist eine interessante Stadt, die Tradition und Moderne verbindet und laut Wikipedia etwas mehr als 2 Millionen Einwohner beherbergt, laut unserem Guide aber mindestens doppelt so viele. Wer weiß es schon?

Unser Match selbst machte leider weniger Freude, bei tropischen Bedingungen und auf einem Krautacker setzte es am Ende eine Niederlage, das Ergebnis war eine Wiederholung des Scores, den es bei der bis dahin längsten (nach Kilometern) Europacup-Reise von Rapid war - 1:2. Gold wert könnte noch der Anschlusstreffer werden, dieser gelang (übrigens hochverdient) Guido Burgstaller in der sprichwörtlich letzten Sekunde, die Match-Uhr stand auf 95:02, die Nachspielzeit war mit vier Minuten angesetzt! Nach Spielende und Pressekonferenz ging es flugs wieder retour zum Airport, bei dem um Mitternacht noch großer Bahnhof war. Gegen 2:45 Uhr Ortszeit hob der AUA-Airbus ab, knapp vier Stunden später landeten wir saumüde, aber wohlbehalten wieder in Schwechat und vor 6:00 Uhr schaffte es niemand vom grün-weißen Tross ins Bett. 

Hier ein paar Impressionen von Baku 2022! 




































Samstag, 30. Juli 2022

Premiere in Polen

Nach über zwei Jahrzehnten war es jetzt einmal so weit und brachte mich eine Fußball-Reise in Funktion nach Polen. Im Rückspiel der 2. Qualifikationsrunde zur noch jungen UEFA Europa Conference League ging es in die wunderschöne ehemalige Hansestadt Danzig, in der Landessprache Gdańsk genannt. Der Gegner war mit Lechia der Tabellenvierte der abgelaufenen höchsten Spielklasse. 

Die "Weiß-Grünen" (tatsächlich) spielen in einem grandiosen Stadion, das etwas mehr als 40.000 Zuschauer fasst und für die EURO 2012 gebaut wurde. Momentaner Name ist nach einem Sponsor "Polsat Plus Arena", dort hatten wir am Tag vor dem Match auch die obligatorische internationale Pressekonferenz (um 18:15 Uhr) und das Abschlusstraining (19:00 Uhr). 

Los ging die Reise schon relativ zeitig, am MD-1 (UEFA-Sprech für den Tag vor dem Spiel, meint Matchday minus one) mit Austrian Airlines um 8:00 Uhr und nach knapp 90 Minuten Flugzeit sanfte Landung am nach Lech Walesa benannten Airport in Gdańsk. Rund 20 Minuten Busfahrt ins Teamhotel, ein "Mercure", am Rande der malerischen Altstadt. Zwischen Mittagessen und Abfahrt zu Pressekonferenz und Training konnte ich mir etwas Zeit für einen Stadtbummel nehmen und das war gut so. Unglaublich viele Menschen waren auf den Beinen, derzeit läuft der Jahrmark Dominikański, einer der traditionsreichsten Märkte Europas überhaupt. Nach Corona-Pause startete am 23. Juli die 762.(!) Ausgabe des Dominikanermarkt (geht über drei Wochen). 

Auch ein Hard Rock Cafe ist in Gdańsk beheimatet, beim Markt laden (angeblich) insgesamt rund 2.000 Stände zum Verweilen, Gustieren, etc. ein, auch Kulinarik wird ausreichend feilgeboten. Die ehemalige Hansestadt ist also gerade in dieser Zeit einen Besuch wert, das lässt schon der kurze Stadtbummel, der mir vergönnt war, erahnen.

Am Spieltag selbst durfte ich mich über ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Rapid-Spieler freuen, Marcin Adamski, unter Josef Hickersberger ab 2002 linker Verteidiger und Meister 2005, kam zu Besuch ins Hotel und war beim Match als Experte für das polnische TV im Einsatz! Es war eine mehr als große Freude, ebenso, dass dann am Abend mit einem 2:1-Auswärtssieg (Tore durch Nicolas Kühn und Marco Grüll) der Aufstieg in die nächste Runde gelang - da geht es nun nach Baku! 

Anbei einige Impressionen:





















Freitag, 24. Juni 2022

Skyros zum Ersten

Im 2. Versuch gelang der ursprünglich schon für September 2021 geplante Urlaub auf der griechischen Insel Skyros, eines der Eilande der nördlichen Sporaden (Skiathos und Alonnissos durfte ich schon anno 2008 und 2009 bereisen). Vom 12. Juni an durfte ich dort mit der wesentlich besseren Hälfte zehn schöne Tage verbringen, in Unkenntnis der Tatsache, dass die österreichische Company "Intertravel" schon im Juni einen Charter pro Woche (jeweils Sonntag) dorthin fliegt, nahmen wir die AUA bis Athen und Aegean (für mich nach wie vor Olympic) zum Weiterflug, retour halt umgekehrt. 

Bei einem doch eher kurzen Urlaub natürlich nicht ganz ideal, aber alles lief recht komplikationslos, Quartier wurde ohne booking.com oder ähnlichen Plattformen direkt gebucht und die Wahl fiel auf ein wunderbares Appartement des "Almyra Guest House", einer kleinen Anlage direkt am Meer und rund drei Kilometer von der wunderbaren Chora der Insel entfernt. Der Vermieter checkte uns auch ein Taxi zur Abholung (erstaunlich günstig) und am Morgen nach unserer Ankunft einen Roller, der direkt zum Quartier gebracht wurde (auch mit super Preis) und dort einfach zurückgelassen werden durfte vor der Rückreise (grob übersetzt: "einfach hier stehen lassen, Helme drauf legen und Schlüssel in der Zündung")! 

Skyros hat nur knapp 3.000 Einwohner, von den ausländischen Touristen (überschaubare Anzahl) waren wohl 90 Prozent Österreicher, die wohl mit dem Intertravel (gute Firma, die machten über Jahre die Rapid-Flugreisen!) Charter angereist waren. Schöne Strände, nette Tavernen und gastfreundliche Menschen. Besonders nett der Mini-Hafenort Linaria, rund 10 Kilometer von unserer "Base" entfernt. Dort wird die Ankunft der täglichen Fähre besonders begangen und die kleine Bucht bei der Einfahrt des Schiffes mit tollem Sound und "Also sprach Zarathustra" beschallt. Zudem gibt es dort einige liebliche und preiswerte Tavernen! 

Sehr empfehlenswert sind die auf der Westseite der Insel gelegenen Strände bei Agios Fokas (super Taverne nebstbei) und Kyra Panagia (der Kalogria-Beach!) Aber auch die "touristischen" Strände Molos und Magazia, die im Schatten der Chora liegen und nur wenige Moped-Minuten von meinem Quartier lagen, sind wunderbar. Etwas abgelegen gibt es zudem noch einen (als wir dort waren unbewirtschafteten) Strand samt gleichnamiger in der Nähe gelegenen Taverne mit dem wunderschönen Namen "Agios Petros"! 

Nachfolgend ein paar Impressionen: