Samstag, 22. August 2026

Das Lied des Propheten

Der Roman des 1977 in Dublin geborenen Paul Lynch "Das Lied des Propheten" (im Original 2023 als "Prophet Song" erschienen) wurde vor drei Jahren mit dem renommierten "Booker Prize" ausgezeichnet, bei Erscheinen der Übersetzung wurde ich auf das Buch des mir bis dahin unbekannten Autors auch aufmerksam.



Auf rund 300 Seiten zieht Lynch die Leserschaft in eine Dystopie in einer nicht allzu fernen Zukunft, der Roman wirkt für mich nicht nur schwermütig, sondern regelrecht deprimierend. Und ist leider (so empfand ich es) fast unangenehm zu lesen, auch aufgrund fehlender Absätze oder direkter Reden. Nicht desto trotz auch lesenswert und eine Blaupause, was passieren kann, wenn ein autoritäres Regime in einem vermeintlich gestandenen demokratischen Staat (auch in Europa) an die Macht kommt. Menschen verschwinden, selbst Kinder sind nicht davor gefeit von den Machthabern getötet zu werden, die abschließende Flucht der Mutter mit den zwei (von vier) verbliebenen Kids macht ebenso nachdenklich wie der Rest der Story. Leider kam ich nie in den notwendigen Lesefluss, was sicher auch der Tatsache geschuldet ist, dass der Großteil meiner Lektüre bei Flug- und Zugreisen stattfand. 

Mehr zu "Das Lied des Propheten" u.a. hier:
Ö1
DER STANDARD
Blog LiteraturReich

Samstag, 8. August 2026

Premiere in Estland

Es geht weiter mit den Premieren für "meine" Rapid in europäischen Gefilden. Nach Andorra brachte das Los nun für die dritte Qualifikationsrunde zu UEFA Conference League 2026/27 einen Gegner aus Estland. Der Klub Paide Linnameeskond, eigentlich daheim rund eine Stunde von der wunderschönen Hauptstadt Tallinn, setzte sich etwas überraschend vorher gegen den FK Zira aus Aserbaidschan durch und "ersparte" mir somit die dritte Reise ans Kaspische Meer nach 2011 (mit dem Nationalteam) und 2022 (mit Rapid), als wir jeweils in Baku spielten.

Dieses Mal also Tallinn, wo ich vor rund 15 Jahren schon einmal auf einem zweitätigen UEFA-Workshop sein durfte und ich die Stadt in sehr guter Erinnerung behielt - zurecht, es war auch heuer wieder ein Erlebnis, die Altstadt ist völlig zurecht UNESCO-Weltkulturerbe! 

Los ging es am Mittwoch Vormittag per Charter (ukrainische Fluglinie "Sky Up" mit der wieder kreativen Flugnummer "U51140"), um 14:17 Uhr Ortszeit landeten wir überpünktlich am sehr schmucken Airport der estnischen Hauptstadt. Von dort nur knapp 20 Minuten per Bus ins Teamhotel, ein wunderschönes Hotel der "Renaissance"-Gruppe, keine zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Nach der bisher ungekannten Hitzewelle in Wien mit Temperaturen an und über(!) 40 Grad waren die klimatischen Bedingungen ein absoluter Traum, maximal 25 Grad untertags und am Abend bzw in der Nacht angenehm kühl bei knapp unter 20 Grad. 

Trainiert und gespielt wurde im Nationalstadion, der "A. Le Coq Arena", benannt nach einer Biermarke - im UEFA-Sprech heißt es "Lilleküla Stadium". Dort fand 2018 das UEFA-Supercup-Finale statt (Madrid vs Madrid mit einem 4:2-Sieg in der Verlängerung für Atlético) und gewann das ÖFB-Team im November 2023 mit 2:0! Am Mittwoch zuerst eine kurze Pressekonferenz mit Bendegúz Bolla und unserem Coach Johannes Hoff Thorup vor einer Handvoll heimischer Medienverterter und Martin Lang vom ORF, der als einziger Journalist aus Österreich mitkam. Da wir etwas verspätet aus dem Hotel wegfuhren starteten wir eine akademische Viertelstunde nach dem ursprünglich angesetzten Termin, waren aber ohnehin sehr flott und so ging das Abschlusstraining fast pünktlich 24 Stunden vor Ankick um 19:00 Uhr los! 

Am Abend ein netter Ausflug in die "Old Town" mit einem gediegenen Essen im bekannten Lokal "Olde Hansa", wo ich schon mit der UEFA ca. 2010 ein "großes Fressen" genoßen hatte und in dem u.a. Bärenfleisch auf der Speisekarte einen sehr prominenten Platz hat. Die Preise sind sehr nordeuropäisch, das Krügerl Bier dort knapp 9 Euro. Am "Rathausplatz" noch einen Absacker und dann relativ zeitig retour ins Hotel. 

Am Spieltag hatte ich die Chance, die Altstadt auch bei Tageslicht zu erkunden, war ebenfalls beeindruckend und besucht ist Tallinn auch aufgrund der anlegenden Kreuzfahrtschiffe mehr als gut! Das Match selbst fand dann vor etwas mehr als 5.500 Fans statt, für Paide außergewöhnlich, kicken sie doch sonst vor wenigen hundert Zuschauern. Gute Stimmung und im netten Medienbereich hätte es sogar ausreichend (Dosen)Bier von A. Le Coq gegeben. Das Match selbst war kein großes Fußballfest, endete für uns aber mehr als zufriedenstellend mit einem klaren 4:1-Auswärtssieg, bei dem die drei Treffer zum Sieg allesamt in der Rapidviertelstunde innerhalb von elf Minuten fielen! 

Direkt nach Spielende wieder zum Flughafen, dort was sogar noch Zeit für ein Getränk und um 00:45 Uhr landeten wir schon wieder - allerdings in Bratislava (dieses Mal keine Ausnahmelandegenehmigung am Airport Vienna). Von dort mit Bussen retour nach Wien und gegen 3 Uhr früh ging es dann für mich in der heimischen Wohnung doch sehr müde zur Bettruhe! 

Anbei einige Impressionen:




















































Mittwoch, 5. August 2026

RAPID LIEBE - Eine Sky Doku der anderen Art

Seit wenigen Tagen abrufbar und seit Montag auch kostenlos für all jene, die kein Sky-Abo oder ähnliches haben. 

Unter dem Titel "Rapid Liebe" hat Filmemacher Christopher Jochum, den ich seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht nur kenne, sondern auch überaus schätze, einen rund einstündigen Film gestaltet, der "meine" Rapid in vielen Facetten zeigt und für viele sicher auch überraschend Protagonisten aus Kunst & Kultur ins Bild rückt. Nicholas Ofczarek, Der Nino aus Wien, Florian Scheuba und Dirk Stermann, dazu Klubikonen wie Hans Krankl, Andi Herzog, Steffen Hofmann oder Antonín Panenka und auch Menschen, die aus verschiedenen Teilen der Anhängerschaft kommen.

Eine klassische Saisondoku war nie geplant, trotzdem gibt es auch kurze Einblicke in die Kabine zu den Trainern der letzten Saison (neben Johannes Hoff Thorup auch Peter Stöger, der neben Markus Katzer der eigentliche Initiator dieser Doku von Klubseite war) oder in ein abschließendes Transfergespräch (Yusuf Demir).

Ich bin stolz, dass ich mit Ideen und Kontakten einen kleinen Teil zum Gelingen beitragen durfte, ohne die grandiose Arbeit von Christoph Jochum und seinen Team wäre das Ergebnis aber nie so leiwand geworden. Schade nur, dass wir (zu wenig) Material von sportlichen Erfolgen aus der jüngsten Vergangenheit dabei hatten.

Mit "Die Rapid" hat Sky vor wenigen Monaten übrigens auch eine sehr gelungene (mehrteilige) Doku über das grün-weiße Frauenteam produziert, damals mit riesiger Unterstützung des grün-weißen "Digital-Media"-Teams rund um Simone Bintinger, Sarah Pum, Mario Roemer, Lukas Marek und Tristan Ruschka! Sollte man auch gesehen haben! 

Hier die knapp 60 Minuten "RAPID LIEBE":