Am Weg auf der sich hoch hinauf schlängelnden Straße ins Bergdörfchen Anopoli finden wir bei einer der Kehren einen Wegweiser und parken uns hinter einigen anderen Mietwägen einfach mal am Straßenrand ein. Die große Überraschung, kaum Wind und weniger überraschend: Atemberaubendes Panorama. Wir beschließen, mit gutem Schuhwerk ausgerüstet, einfach mal ein Stückchen zu gehen und es lohnt sich. Ein herrlicher Weg, der nach etwas mehr als einer halben Stunde in den berühmten "Sweetwater Beach" (Paralia Glyka Nera) mündet. Dort weniger erfreulich, das als Gastroeinrichtung anliegende Schiff ist geschlossen, kein Bier oder Wasser. Die Gattin hat leichte Probleme mit dem Sprunggelenk, mir taugt der Weg so unglaublich und deswegen beschließe ich, weiter ins rund vier Kilometer entfernte Loutro zu pilgern, dort Wasser und eventuell auch Bier zu kaufen und dann mit dem mehrfach täglich avisierten Ausflugsboot zurückzukehren und die wartende Gattin abzuholen. Es lohnt sich, nicht nur die Wanderung ist traumhaft (und da kaum Höhenunterschiede zu bewältigen, wenig anstrengend), sondern auch das Küstendörfchen mit vielen netten Tavernen. Nur: Draußen scheint es weiter zu stürmen, daher machen die Ausflugsboote heute Pause. Kurzum - wieder mit ein paar Fläschen "Nero" (Wasser) im Eiltempo retour zum Sweetwater Beach und von dort (und dieses Stückerl sollte man tatsächlich nicht von Höhenangst geplagt sein) weiter zum abgestellten Auto. Nach etwas weniger als drei Stunden reiner Gehzeit und angeblich dabei verbrauchten 1.896. Kalorien ist das Tagwerk getan und bleiben unvergessliche Eindrücke! Hier ein paar davon!
Dienstag, 29. Oktober 2024
Von Chora Sfakion nach Loutro
Was für eine schöne Küstenwanderung. Mitte Oktober im Süden Kretas und es ist richtig stürmisch. Okay, dann halt ein wenig mit dem Auto herumcruisen und schauen, ob sich ein halbwegs windstilles Plätzchen findet und trotzdem mal checken, wo die vielfach empfohlen Wanderung über dem malerischen Örtchen Chora Sfakion nach Loutro (nur mit Boot oder per pedes erreichbar) überhaupt beginnt und ob man wirklich so schwindelfrei sein muss wie vielfach behauptet.
Montag, 28. Oktober 2024
Durch die Imbros-Schlucht
Kreta ist nicht nur schön für Strandurlaube, sondern bietet auch tolle Wanderungen, darunter Begehungen von Dutzenden Schluchten. Am bekanntesten ist natürlich die "Samaria", mit 17 Kilometern eine der längsten Europas. Ihre "kleine Schwester", die "Imbros", hat auch ihre Reize und am 15. Oktober 2024 habe ich sie samt Gattin endlich begangen - in dem Fall von oben nach unten und es war ein absoluter Traum.
Mit dem Autobus um 2,80 Euro pro Person von einer Taverne knapp oberhalb des netten Örtchens Chora Sfakion rauf zum Schluchteingang auf rund 800 Metern Seehöhe, dort nach einem Frappé rein gegen einen kleinen Obolus. Es war ein atemberaubendes Erlebnis, unfassbare Eindrücke, die eine Fotopause nach der anderen förmlich erzwangen. Zur großen Überraschung erwartete uns auf halbem Weg - bei Kilometer 4 - ein improvisierter Ausschank namens "Leoniadas-Bar", das kühle Mythos um 2,50 Euro war ein Traum, der gastfreundliche Wirt beschenkte uns zudem mit Raki..........
Zweieinhalb Stunden reine Gehzeit und 8,56 Kilometer Wegstrecke weiste meine "Bergfex"-App auf, darin inkludiert auch noch der Weg vom Schluchtausgang zum abgestellten Auto, der mit Abstand ödeste Teil der megaschönen Wanderung!
Einige Impressionen:
Sonntag, 27. Oktober 2024
Die rechte Hand des Schlafes
Ich kann mich nicht mehr genau entsinnen, wie ich auf diesen Autor, den 1971 in Washington D.C. geborenen John Wray, gestoßen bin. Ich vermeine, dass ich im Sommer über eine Rezension seines in diesem Jahr erschienen Romans "Unter Wölfen" gestolpert bin und das hat sich alles sehr interessant angehört. So wie die Vita des Schriftstellers. Er hat nämlich österreichische Wurzeln (die Frau Mama ist eine in den 1960er-Jahren ausgewanderte Medizinerin und lebt zeitweise - so wikipedia - im kärntnerischen Friesach.
Die Handlung bei seinem Debüt, an dem Wray einige Jahre lang gearbeitet hat, ist in Kärnten in der Gegend von Villach angesiedelt und die Hauptperson ist ein gewisser Oskar Voxlauer, der im Frühling 1938 als Veteran und Deserteur des 1. Weltkrieges in seinen kleinen Heimatort zurückkehrt. Dazwischen lebte er in der damaligen Sowjetunion, wo er viele Jahre in einem Straflager eingesperrt war.
Der Roman, der die Machtübernahme der Nazis im Süden der "Ostmark" erlebbar macht, ist extrem lesenswert und hat mir im Oktober im Nordwesten Kretas ohnehin wunderbare Stunden noch weiter versüßt!
Nach Durchsicht der Bibliographie entschloss ich mich, mir sein Debütwerk (2001 als "The Right Hand of Sleep" im Original erschienen) zu besorgen. In deutscher Sprache heißt es "Die rechte Hand des Schlafes" und kam 2002 auf den Markt.
Die Handlung bei seinem Debüt, an dem Wray einige Jahre lang gearbeitet hat, ist in Kärnten in der Gegend von Villach angesiedelt und die Hauptperson ist ein gewisser Oskar Voxlauer, der im Frühling 1938 als Veteran und Deserteur des 1. Weltkrieges in seinen kleinen Heimatort zurückkehrt. Dazwischen lebte er in der damaligen Sowjetunion, wo er viele Jahre in einem Straflager eingesperrt war.
Der Roman, der die Machtübernahme der Nazis im Süden der "Ostmark" erlebbar macht, ist extrem lesenswert und hat mir im Oktober im Nordwesten Kretas ohnehin wunderbare Stunden noch weiter versüßt!
Mehr zu "Die rechte Hand des Schlafes" bzw. den Autor gibt es u.a. hier:
Ö1 über John Wray
Blog Kaffeehaussitzer
Ö1 über John Wray
Blog Kaffeehaussitzer
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