So lange her, dass ich auf einem Konzert war (zuletzt Iron Maiden im Juli 2025 im Happel-Stadion), noch viel länger ein Besuch auf einem Open Air in der legendären Arena im dritten Wiener Bezirk! Dort werden immer Erinnerungen an Studentage in den 1990-er-Jahren wach, aber auch an Konzerthighlights wie Smashing Pumpkins, Bad Religion, Patti Smith, Wolfmother, Iggy Pop und viele, viele mehr!
Am 10. September 2026 war es wieder mal so weit und es war wieder schön. Dankenswerterweise wurde ich nicht nur auf den Termin von einem netten Bekannten aufmerksam gemacht, sondern gleichzeitig mit dem Ticket beschenkt, das mit nur 37,50 Euro aber auch als Kaufkarte jeden Cent mehr als wert gewesen wäre. "Heinz aus Wien" (und viele leiwande Special Guests) begingen ihr 30-Jahr-Jubiläum und obwohl ich die Band seit vielen Jahren nicht mehr gehört hatte (erstmals wohl in diesem Jahrtausend zufällig vor ein paar Wochen, als sie bei "Willkommen Österreich" zu Gast waren), fühlten sich viele Songs (wie "Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken", "Mein Ruf ist im Eimer", "Das Mädchen das trinkt", "Ich wär gern Johnny Depp" oder "Mit dir ist es einfach", etc.) an, als hätte ich sie auch in jüngster Vergangenheit ständig gehört, manche Texte gingen mir leicht über die Lippen. Erstaunlich, was sich ein einziges Hirn über Jahrzehnte scheinbar zu merken gedenkt....
Am ersten Nicht-Hitze-Tag seit Wochen gab es trotzdem angenehme äußere Bedingungen in der bestens gefüllten Location, der Bierpeis im Beisl (entweder Grieskirchner oder Jezek) ist mit 4.60 Euro für das Krügerl immer noch sehr lobenswert. Fast drei Stunden und mit vielen Gästen wie "Der Nino aus Wien", Birgit Denk, Manuel Rubey oder einem Mitglied der "Sportfreunde Stiller" sorgte die Band für allerbeste Stimmung und bescherte nicht nur mir einen schönen Konzertabend, sondern auch eine kleine Zeitreise in eine leiwande Epoche!
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Das letzte Qualifikationsspiel zur UEFA Conference League 2026/27 auf fremden Boden brachte mir ein kleines persönliches Jubiläum. Seit meinem Start ins seriöse Berufsleben im Jahr 2000 habe ich alle internationalen Fußballspiele in UEFA oder FIFA-Bewerben (für meine Zeit beim ÖFB auch Freundschaftsspiele des A-Nationalteams), in denen ich in Funktion dabei sein durfte, notiert (siehe hier) und nun kam es über ein Vierteljahrhundert später, am 20. August 2026, zu Match Nummer 200!
Zum dritten Mal nach 2018 (Glasgow) und 2025 (Dundee) ging es nach Schottland, dieses Mal zu Gast beim 1874 gegründeten Heart of Midlothian Football Club, kurz gesagt den Hearts, in der schönen Hauptstadt Edinburgh. Nach der wochenlange Hitze in Österreich erwarteten uns fast herzliche Bedingungen, regnerisch und deutlich unter 20 Grad Celsius lagen die Temperaturen.
Wie gewohnt ging es am Tag vor der Partie im Charterflieger (dieses Mal mit der mir bis dahin unbekannten spanischen Airline Alba Star) zum Spielort. Ein angenehmer Flug und danach eine eher kurze Anreise ins etwas außerhalb der Stadt gelegene Mariott-Hotel, das ich nicht unbedingt ein zweites Mal in diesem Leben besuchen muss. Nett aber, dass unser ehemaliger Spieler Martin Moormann, seit ein paar Wochen bei Motherwell in der Nähe engagiert, vor unserem Abschlusstraining auf einen Kurzbesuch vorbeischaute!
Um 18:00 Ortszeit hätte die obligatorische Pressekonferenz beginnen sollen, durch eine etwas länger andauernde Besprechung kamen wir allerdings mindestens eine Rapidviertelstunde zu spät im geschichtsträchtigen Tynecastle Park, der Heimatstätte der Hearts, an. Alle Kolleginnen und Kollegen des gastgebenden Klubs waren so wie die anwesenden Medienvertreter, darunter ein BBC Scotland-Radio Urgestein, ausnehmend freundlich und kooperativ. Nach der auf englisch gehaltenen PK mit Coach Johannes Hoff Thorup und unserem serbischen Innenverteidiger-Hünen Nenad Cvetković weiter mit dem Abschlusstraining, also Business as usual. Tolles Stadion auf alle Fälle, schon da Vorfreude auf den Matchtag, eine volle Hütte - darunter rund 400 Grün-Weiße, wurde avisiert!
Nun denn, nach getaner Arbeit mit einem Uber noch für zwei Stunden in die "Rose Street" der Hauptstadt, in einem sehr lässigen Pub namens "Dirty Dicks" (est 1859!!!) wieder einmal "Fish & Chips" versucht, meinen Begleitern schmeckte das feilgebotene Gericht, mit dem zumindest ich ebensowenig wie mit dem Bier auf der Insel Freundschaft schließen kann. Relativ bald ins Bett und nach einem produktiven Donnerstagvormittag am Notebook statt des Hotelmittagessens wieder in die City of Edinburgh und einen Teil der bekanntesten Sehenswürdigkeiten abgeschritten. Beeindruckend und schön, aber auch stark überlaufen, der August scheint aufgrund eines traditionsreichen Festivals ohnehin der stärkste Touristenmonat zu sein, auch wenn es sich wie Ende Oktober anfühlte.
Ich war dann bereits gegen 17.30 Uhr Ortszeit, mehr als zwei Stunden vor Ankick, im Tynecastle Park, die Sonne kam sogar raus und es war ein entspanntes Warten auf die Ankunft unserer Mannschaft mit vielen netten Gesprächen mit ganz unterschiedlichen Menschen. Die Schottinnen und Schotten vor Ort einte eines - ausgesprochene Höflichkeit! Beim Match typisch "britische" Stimmung, jedes Tackling der Hearts wurde wie ein Tor gefeiert, teilweise wurde es richtig laut, aber in Phasen, in denen unsere Mannschaft die Oberhand hatte (die waren gar nicht so selten), hörte man dann nur die relativ kleine, aber wie immer sehr motivierte, Rapid-Fanszene! Endstand auf alle Fälle 2:2, wie schon die letzten beiden Duelle gegen Dundee United. Dieses Mal fix ein verschenkter Sieg, schon nach Halbzeit 1 hätten unsere Burschen den Sack zumachen können bzw. müssen. Hoffentlich rächt sich das nicht am kommenden Mittwoch in Hütteldorf.......
Der Roman des 1977 in Dublin geborenen Paul Lynch "Das Lied des Propheten" (im Original 2023 als "Prophet Song" erschienen) wurde vor drei Jahren mit dem renommierten "Booker Prize" ausgezeichnet, bei Erscheinen der Übersetzung wurde ich auf das Buch des mir bis dahin unbekannten Autors auch aufmerksam.
Auf rund 300 Seiten zieht Lynch die Leserschaft in eine Dystopie in einer nicht allzu fernen Zukunft, der Roman wirkt für mich nicht nur schwermütig, sondern regelrecht deprimierend. Und ist leider (so empfand ich es) fast unangenehm zu lesen, auch aufgrund fehlender Absätze oder direkter Reden. Nicht desto trotz auch lesenswert und eine Blaupause, was passieren kann, wenn ein autoritäres Regime in einem vermeintlich gestandenen demokratischen Staat (auch in Europa) an die Macht kommt. Menschen verschwinden, selbst Kinder sind nicht davor gefeit von den Machthabern getötet zu werden, die abschließende Flucht der Mutter mit den zwei (von vier) verbliebenen Kids macht ebenso nachdenklich wie der Rest der Story. Leider kam ich nie in den notwendigen Lesefluss, was sicher auch der Tatsache geschuldet ist, dass der Großteil meiner Lektüre bei Flug- und Zugreisen stattfand.
Es geht weiter mit den Premieren für "meine" Rapid in europäischen Gefilden. Nach Andorra brachte das Los nun für die dritte Qualifikationsrunde zu UEFA Conference League 2026/27 einen Gegner aus Estland. Der Klub Paide Linnameeskond, eigentlich daheim rund eine Stunde von der wunderschönen Hauptstadt Tallinn, setzte sich etwas überraschend vorher gegen den FK Zira aus Aserbaidschan durch und "ersparte" mir somit die dritte Reise ans Kaspische Meer nach 2011 (mit dem Nationalteam) und 2022 (mit Rapid), als wir jeweils in Baku spielten.
Dieses Mal also Tallinn, wo ich vor rund 15 Jahren schon einmal auf einem zweitätigen UEFA-Workshop sein durfte und ich die Stadt in sehr guter Erinnerung behielt - zurecht, es war auch heuer wieder ein Erlebnis, die Altstadt ist völlig zurecht UNESCO-Weltkulturerbe!
Los ging es am Mittwoch Vormittag per Charter (ukrainische Fluglinie "Sky Up" mit der wieder kreativen Flugnummer "U51140"), um 14:17 Uhr Ortszeit landeten wir überpünktlich am sehr schmucken Airport der estnischen Hauptstadt. Von dort nur knapp 20 Minuten per Bus ins Teamhotel, ein wunderschönes Hotel der "Renaissance"-Gruppe, keine zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Nach der bisher ungekannten Hitzewelle in Wien mit Temperaturen an und über(!) 40 Grad waren die klimatischen Bedingungen ein absoluter Traum, maximal 25 Grad untertags und am Abend bzw in der Nacht angenehm kühl bei knapp unter 20 Grad.
Trainiert und gespielt wurde im Nationalstadion, der "A. Le Coq Arena", benannt nach einer Biermarke - im UEFA-Sprech heißt es "Lilleküla Stadium". Dort fand 2018 das UEFA-Supercup-Finale statt (Madrid vs Madrid mit einem 4:2-Sieg in der Verlängerung für Atlético) und gewann das ÖFB-Team im November 2023 mit 2:0! Am Mittwoch zuerst eine kurze Pressekonferenz mit Bendegúz Bolla und unserem Coach Johannes Hoff Thorup vor einer Handvoll heimischer Medienverterter und Martin Lang vom ORF, der als einziger Journalist aus Österreich mitkam. Da wir etwas verspätet aus dem Hotel wegfuhren starteten wir eine akademische Viertelstunde nach dem ursprünglich angesetzten Termin, waren aber ohnehin sehr flott und so ging das Abschlusstraining fast pünktlich 24 Stunden vor Ankick um 19:00 Uhr los!
Am Abend ein netter Ausflug in die "Old Town" mit einem gediegenen Essen im bekannten Lokal "Olde Hansa", wo ich schon mit der UEFA ca. 2010 ein "großes Fressen" genoßen hatte und in dem u.a. Bärenfleisch auf der Speisekarte einen sehr prominenten Platz hat. Die Preise sind sehr nordeuropäisch, das Krügerl Bier dort knapp 9 Euro. Am "Rathausplatz" noch einen Absacker und dann relativ zeitig retour ins Hotel.
Am Spieltag hatte ich die Chance, die Altstadt auch bei Tageslicht zu erkunden, war ebenfalls beeindruckend und besucht ist Tallinn auch aufgrund der anlegenden Kreuzfahrtschiffe mehr als gut! Das Match selbst fand dann vor etwas mehr als 5.500 Fans statt, für Paide außergewöhnlich, kicken sie doch sonst vor wenigen hundert Zuschauern. Gute Stimmung und im netten Medienbereich hätte es sogar ausreichend (Dosen)Bier von A. Le Coq gegeben. Das Match selbst war kein großes Fußballfest, endete für uns aber mehr als zufriedenstellend mit einem klaren 4:1-Auswärtssieg, bei dem die drei Treffer zum Sieg allesamt in der Rapidviertelstunde innerhalb von elf Minuten fielen!
Direkt nach Spielende wieder zum Flughafen, dort was sogar noch Zeit für ein Getränk und um 00:45 Uhr landeten wir schon wieder - allerdings in Bratislava (dieses Mal keine Ausnahmelandegenehmigung am Airport Vienna). Von dort mit Bussen retour nach Wien und gegen 3 Uhr früh ging es dann für mich in der heimischen Wohnung doch sehr müde zur Bettruhe!