Montag, 18. Juni 2018

Schwere Knochen

Mein erster Roman von David Schalko, einem österreichischen Multi-Talent, das vor allem durch TV-Serien (wie "Braunschlag", "Altes Geld"), Filme ("Aufschneider", "Wie man leben soll", "Höhenstraße") und Formate wie "Willkommen Österreich" (Konzept und Regie) oder "Dorfers Donnerstalk" bekannt ist. Ich persönlich hatte rund um die UEFA EURO 2008 mit ihm zu tun, damals  hatte er die Idee und führte auch die Regie zu "Das Wunder von Wien: Wir sind Europameister".



Dass er auch Roman-Autor ist, war mir bis vor wenigen Monaten unbekannt, seinem jüngsten Werk "Alte Knochen" konnte man aber quasi nicht entgehen, wurde es doch auch in einer meiner Lieblingssendungen, nämlich "Druckfrisch" (immer Sonntags auf ARD) mit Schalko selbst behandelt (derzeit noch in der Mediathek zu finden).

Ich bekam es so wie viele Bücher geschenkt und genoss die weit über 500 Seiten in zwei Tagen im Urlaub auf Karpathos. Ein sehr kurzweiliges Vergnügen über die "Erdberger Spedition", eine Bande, die sich in der Vorkriegszeit im dritten Wiener Bezirk bildet, deren Protagonisten wir auch teilweise im Krieg und KZ begleiten und die sich nach Kriegsende Wien kriminell sozusagen analog zu den Alliierten aufteilen.

Ein wunderbares Lesevergnügen, wobei gerade der Beginn furios ist, dann schleichen sich ein paar Längen ein, die allerdings bei der Lektüre auf einer griechischen Insel auch ziemlich leicht zu verkraften sind!

Echte Rezensionen gibt es zudem u.a. hier:
DER STANDARD
DER SPIEGEL
profil
FM4


Mittwoch, 13. Juni 2018

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Roman 4 der "Alle Toten fliegen hoch"-Reihe des Burgschauspielers Joachim Meyerhoff mit dem schönen Titel "Die Zweisamkeit der Einzelgänger". Es wird wohl der letzte Teil dieses autobiographischen Zyklus sein, darauf deutet auch der Schlusssatz auf der letzten von 416 Seiten hin, der eben lautet: "Alle Toten fliegen hoch!"



Es ist abermals ein kurzweiliges und gelungenes Buch geworden, wiewohl zumindest ich etwas brauchte, mich hineinzufinden. Dieses Mal keine Verabschiedung von verstorbenen Familienmitglieder (in Band 1 der Vater, in Band 2 ein Bruder und in Band 3 die verschrobenen Großeltern), wobei im Finish des Romans natürlich noch ein Todesfall dabei ist. Hier scheidet die erste erotische Erfahrung des Autors von dannen. Erotik bzw. Beziehungsthemen gibt es mannighaft in "Die Zweisamkeit der Einzelgänger". Meyerhoff beschreibt seine Zeit nach Absolvierung des Schauspiel-Studiums und damit seine ersten Engagements in den Städten Bochum und Dortmund. In beiden hat der Autor eine heißblütige Liaison, in Dortmund kommt sogar noch ein "Gspusi" mit einer korpulenten und reschen Bäckerin dazu, die er auch durch die übermäßige Einnahmen des Aufputschmitteln "Hallo wach!" übersteht.

Auch schöne und oft lustige Rückblicke in die Kindheit und Jugend des Ich-Erzählers werden geboten und wäre es wünschenswert, wenn der vielfach ausgezeichnete Schauspieler noch viele Romane publiziert, mir scheint, er könnte über so ziemlich jedes Thema unterhaltsam schreiben!

Echte Rezensionen zum Buch habe ich gefunden u.a. bei:
DIE ZEIT
Stuttgarter Zeitung
Frankfurter Rundschau

Die ersten drei Teile der "Alle Toten fliegen hoch"-Reihe:
"Alle Toten fliegen hoch - Amerika"
"Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war"
"Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke"