Und mal wieder etwas aus Skandinavien. Vor einigen Monaten habe ich den Roman "Echokammer" des norwegischen Autors Ingar Johnsrud noch selbst für ein Geschenk besorgt, nun bekam ich ihn selbst zur Lektüre. Der Autor war eineinhalb Jahrzehnte als Journalist bei "VG" tätig, diese Erfahrungen lässt der 1974 geborene Johnsrud dann übrigens unverkannbar einfließen.
"Echokammer" ist der nicht unpassende deutsche Titel, im Original erschien der erste Teil einer bekannten Trilogie um den Politiker Jens Meidell (Sohn einer ehemaligen Ministerin) und das ermittelnde Duo Liselott Benjamin und Martin Tong 2023 als "Patrioter" (in englisch als "Patriots"). Auf knapp 450 Seiten beweist der Autor echte Pageturner-Qualitäten und eine spannende Story auf mehreren Ebenen. Ein großangelegter Gif-Anschlag (Rizin!) soll verhindert werden, dazu bietet Johnsrud Einblicke in die Osloer Politik- und Medienszene. Richtig leiwand zum Lesen, für mich etwa die Hälfte im Rahmen von Zugfahrten nach Wels und Klagenfurt und dann innerhalb von eineinhalb Tagen den Rest auf der schönen griechischen Insel Symi, wo ich bereits den Nachfolger-Roman im Gepäck habe!
So lange her, dass ich auf einem Konzert war (zuletzt Iron Maiden im Juli 2025 im Happel-Stadion), noch viel länger ein Besuch auf einem Open Air in der legendären Arena im dritten Wiener Bezirk! Dort werden immer Erinnerungen an Studentage in den 1990-er-Jahren wach, aber auch an Konzerthighlights wie Smashing Pumpkins, Bad Religion, Patti Smith, Wolfmother, Iggy Pop und viele, viele mehr!
Am 10. September 2026 war es wieder mal so weit und es war wieder schön. Dankenswerterweise wurde ich nicht nur auf den Termin von einem netten Bekannten aufmerksam gemacht, sondern gleichzeitig mit dem Ticket beschenkt, das mit nur 37,50 Euro aber auch als Kaufkarte jeden Cent mehr als wert gewesen wäre. "Heinz aus Wien" (und viele leiwande Special Guests) begingen ihr 30-Jahr-Jubiläum und obwohl ich die Band seit vielen Jahren nicht mehr gehört hatte (erstmals wohl in diesem Jahrtausend zufällig vor ein paar Wochen, als sie bei "Willkommen Österreich" zu Gast waren), fühlten sich viele Songs (wie "Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken", "Mein Ruf ist im Eimer", "Das Mädchen das trinkt", "Ich wär gern Johnny Depp" oder "Mit dir ist es einfach", etc.) an, als hätte ich sie auch in jüngster Vergangenheit ständig gehört, manche Texte gingen mir leicht über die Lippen. Erstaunlich, was sich ein einziges Hirn über Jahrzehnte scheinbar zu merken gedenkt....
Am ersten Nicht-Hitze-Tag seit Wochen gab es trotzdem angenehme äußere Bedingungen in der bestens gefüllten Location, der Bierpeis im Beisl (entweder Grieskirchner oder Jezek) ist mit 4.60 Euro für das Krügerl immer noch sehr lobenswert. Fast drei Stunden und mit vielen Gästen wie "Der Nino aus Wien", Birgit Denk, Manuel Rubey oder einem Mitglied der "Sportfreunde Stiller" sorgte die Band für allerbeste Stimmung und bescherte nicht nur mir einen schönen Konzertabend, sondern auch eine kleine Zeitreise in eine leiwande Epoche!
Das neue Album zum Anhören und Downloaden - es sei empfohlen!
Das letzte Qualifikationsspiel zur UEFA Conference League 2026/27 auf fremden Boden brachte mir ein kleines persönliches Jubiläum. Seit meinem Start ins seriöse Berufsleben im Jahr 2000 habe ich alle internationalen Fußballspiele in UEFA oder FIFA-Bewerben (für meine Zeit beim ÖFB auch Freundschaftsspiele des A-Nationalteams), in denen ich in Funktion dabei sein durfte, notiert (siehe hier) und nun kam es über ein Vierteljahrhundert später, am 20. August 2026, zu Match Nummer 200!
Zum dritten Mal nach 2018 (Glasgow) und 2025 (Dundee) ging es nach Schottland, dieses Mal zu Gast beim 1874 gegründeten Heart of Midlothian Football Club, kurz gesagt den Hearts, in der schönen Hauptstadt Edinburgh. Nach der wochenlange Hitze in Österreich erwarteten uns fast herzliche Bedingungen, regnerisch und deutlich unter 20 Grad Celsius lagen die Temperaturen.
Wie gewohnt ging es am Tag vor der Partie im Charterflieger (dieses Mal mit der mir bis dahin unbekannten spanischen Airline Alba Star) zum Spielort. Ein angenehmer Flug und danach eine eher kurze Anreise ins etwas außerhalb der Stadt gelegene Mariott-Hotel, das ich nicht unbedingt ein zweites Mal in diesem Leben besuchen muss. Nett aber, dass unser ehemaliger Spieler Martin Moormann, seit ein paar Wochen bei Motherwell in der Nähe engagiert, vor unserem Abschlusstraining auf einen Kurzbesuch vorbeischaute!
Um 18:00 Ortszeit hätte die obligatorische Pressekonferenz beginnen sollen, durch eine etwas länger andauernde Besprechung kamen wir allerdings mindestens eine Rapidviertelstunde zu spät im geschichtsträchtigen Tynecastle Park, der Heimatstätte der Hearts, an. Alle Kolleginnen und Kollegen des gastgebenden Klubs waren so wie die anwesenden Medienvertreter, darunter ein BBC Scotland-Radio Urgestein, ausnehmend freundlich und kooperativ. Nach der auf englisch gehaltenen PK mit Coach Johannes Hoff Thorup und unserem serbischen Innenverteidiger-Hünen Nenad Cvetković weiter mit dem Abschlusstraining, also Business as usual. Tolles Stadion auf alle Fälle, schon da Vorfreude auf den Matchtag, eine volle Hütte - darunter rund 400 Grün-Weiße, wurde avisiert!
Nun denn, nach getaner Arbeit mit einem Uber noch für zwei Stunden in die "Rose Street" der Hauptstadt, in einem sehr lässigen Pub namens "Dirty Dicks" (est 1859!!!) wieder einmal "Fish & Chips" versucht, meinen Begleitern schmeckte das feilgebotene Gericht, mit dem zumindest ich ebensowenig wie mit dem Bier auf der Insel Freundschaft schließen kann. Relativ bald ins Bett und nach einem produktiven Donnerstagvormittag am Notebook statt des Hotelmittagessens wieder in die City of Edinburgh und einen Teil der bekanntesten Sehenswürdigkeiten abgeschritten. Beeindruckend und schön, aber auch stark überlaufen, der August scheint aufgrund eines traditionsreichen Festivals ohnehin der stärkste Touristenmonat zu sein, auch wenn es sich wie Ende Oktober anfühlte.
Ich war dann bereits gegen 17.30 Uhr Ortszeit, mehr als zwei Stunden vor Ankick, im Tynecastle Park, die Sonne kam sogar raus und es war ein entspanntes Warten auf die Ankunft unserer Mannschaft mit vielen netten Gesprächen mit ganz unterschiedlichen Menschen. Die Schottinnen und Schotten vor Ort einte eines - ausgesprochene Höflichkeit! Beim Match typisch "britische" Stimmung, jedes Tackling der Hearts wurde wie ein Tor gefeiert, teilweise wurde es richtig laut, aber in Phasen, in denen unsere Mannschaft die Oberhand hatte (die waren gar nicht so selten), hörte man dann nur die relativ kleine, aber wie immer sehr motivierte, Rapid-Fanszene! Endstand auf alle Fälle 2:2, wie schon die letzten beiden Duelle gegen Dundee United. Dieses Mal fix ein verschenkter Sieg, schon nach Halbzeit 1 hätten unsere Burschen den Sack zumachen können bzw. müssen. Hoffentlich rächt sich das nicht am kommenden Mittwoch in Hütteldorf.......