Sonntag, 24. September 2023

Der nasse Fisch

Vor einiger Zeit begeisterte mich die TV-Serie "Babylon Berlin" und wie es der Zufall will, lag irgendwann der Roman "Der nasse Fisch" von Volker Kutscher in einem Geschenkpackerl. Und dieses Werk, der Auftakt einer mehrteiligen Serie rund um den aus Köln nach Berlin "geflüchteten" Kommissars Gereon Rath.




Die Handlung ist im Jahr 1929, im sogenannten Blutmai, angesiedelt und das über 500 Seiten starke Werk ebenso lesens- wie die TV-Serie sehenswert. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Folgen, direkt danach habe ich mit der ein Jahr später spielenden Fortsetzung "Der stumme Tod", die ich in einem Bücherschrank in einem Einkaufszentrum im Oberösterreich erspäht habe, begonnen! 

Sonntag, 3. September 2023

Kein Wunder von Florenz

Wieder einmal Europacupreise nach Italien mit Rapid. Dieses Mal in die Toskana, in die wunderschöne Stadt Florenz. Nach einem sensationellen Hinspiel am 24. August in Wien, das mit einem hart erkämpften und nicht unverdienten 1:0-Sieg endete (Tor durch einen Elfmeter von Marco Grüll), lebte die Hoffnung auf einen historischen Aufstieg. Noch nie konnte sich Grün-Weiß nämlich in einem Europacup-Duell mit einem italienischen Klub nach Hin- und Rückspiel durchsetzen, zuletzt setzte es im Februar 2019 gegen Inter Mailand nach einem 0:1 in Hütteldorf eine saftige 0:4-Klatsche im San Siro! 

Die personellen Vorzeichen ließen dann auch nichts allzu Gutes erahnen. Schon vor dem Heimspiel zog sich der starke Neuzugang Nenad Cvetković beim 5:0-Kantersieg bei Blau Weiß Linz einen Kreuzbandriss zu und nun mussten auch noch die Stammkräfte Guido Burgstaller & Thorsten Schick wegen muskulärer Probleme aus dem Trainingsbetrieb genommen werden, an einen Matcheinsatz daher überhaupt nicht zu denken........ 

Am Tag vor dem Spiel starteten wir mit einer rund 80 Personen Platz bietenden Propellermaschine von "Avantiair" am späten Vormittag gen Italien, am Flughafen von Florenz wartete dann schon der mit dem Großgepäck vorgefahrene Mannschaftsbus sowie haufenweise Polizeischutz. Ab da waren wir nur mehr mit Eskorte unterwegs, meist fünf Fahrzeuge, darunter artistische Motorradfahrer, sorgten dafür, dass wir stets Vorrang hatten. 

Das Teamquartier "Michelangelo" war in ca. einer halben Stunde erreicht, nach Mittagessen und kurzer Ruhezeit für die Spieler ging es schon um 17 Uhr zum Stadio Artemio Franchi. So viele entgegen gereckte Mittelfinger sah ich noch selten, nur bei der Anreise zum Spiel tags darauf sollten es noch etwas mehr werden. Das Stadion ist eine "alte Hütte", die wohl bei der Eröffnung anno 1931 großteils gleich ausgeschaut hat, nur eine Tribüne überdacht und sichtlich sehr in die Jahre gekommen. Die internationale Pressekonferenz mit Kapitän Maxi Hofmann und Trainer Zoki Barišić dauerte relativ lange, da die italienischen Medienvertreter durchaus viel Interesse zeigten. Um 18 Uhr dann Abschlusstraining und nach einem qualitativ für die Toskana sehr unterdurchschnittlichen Abendessen noch ein Spaziergang ins Zentrum, das atemberaubend schön ist.

Leider ging sich für mich am Matchtag kein Sightseeing mehr aus, es galt mögliche Transfermeldungen vorzubereiten und auch sonst war einiges zu tun - unabhängig vom "Deadline-Day" am Tag nach der Partie. Um 18 Uhr dann Abfahrt ins Stadion zum Match und die Partie war mehr als aller Ehren wert. Nicht nur einmal hatten wir die Chance in Führung zu gehen, aber einmal die Latte und mehrmals fehlende Präzision verhinderten dies. Die Hausherren erzielten ein Slapstick-Tor zur Führung und in der letzten Minute verpasste uns der serbische Referee mit einem sehr umstrittenen Elfmeter-Pfiff quasi den Todesstoss. In der viel zu kurzen Nachspielzeit war nix mehr zu holen und so besiegelte ein 0:2 bei den "Violas" unsere europäische Reise in dieser Saison - sehr schade, aber Mannschaft und Trainerteam können aus den Duellen mit dem Finalisten der Vorsaison trotzdem viel Selbstvertrauen und Positives ziehen.

Trotzdem war die Enttäuschung groß, dementsprechend schaumgebremst verlief der Rest des Abends im Teamhotel. Am Freitag stand für die Mannschaft am Vormittag noch ein Training in Florenz auf dem Programm, um 14:30 Uhr ging es wieder retour nach Wien. Für mich ins Office im Allianz Stadion, gab es doch noch Transfers zu vermelden, den letzten knapp nach 23 Uhr. Anstrengende, aber sehr spannende Tage allenfalls! 

Hier noch einige Impressionen von der Florenz-Reise: 































Samstag, 19. August 2023

Premiere in Ungarn

Schon erstaunlich: Unser Nachbarland Ungarn, so nah und doch so fern. Privat war ich das eine oder andere Mal dort, aber auch äußert selten. In Bezug auf Fußball war Ungarn bislang ein weißer Fleck von mir, aber mit dem Gastspiel beim Debreceni VSC (Eisenbahner-Sportklub übrigens) am 17. August änderte sich dies um kam somit "Länderpunkt" Nummer 36 auf meine im Jahr 2000 beginnende Reiseliste zu Fußballspielen in beruflicher Funktion. 

Nach einem eher enttäuschenden 0:0 im Hinspiel der 3. Runde der Qualifikation zur UEFA Europa Conference League eine Woche vorher in Hütteldorf war die Ausgangsposition nicht ideal, aber es sollte ein perfekter grün-weißer Abend im gut gefüllten und sehr modernen Nagyerdei-Stadion in der 200.000-Einwohner Stadt im Osten des Landes, nur rund 30 Kilometer von der rumänischen Grenze entfernt, werden. Aber der Reihe nach:

Am Tag vor dem Spiel zischte ich im Klubanzug, mit einem Mini-Trolly und meiner Laptop-Tasche "bewaffnet", um 9:00 Uhr mit meiner Vespa ins Trainingszentrum in den Prater, dort standen ein ORF-Interview und ein Zoom-Pressegespräch mit Coach Zoki Barišić auf dem Programm, ehe wir mit dem Bus zum Flughafen weiterfuhren. In einer kleiner Propellermaschine (keine 50 Plätze) der schweizerischen Airline "Zimex Aviation" ging es in rund einer Stunde nach Debrecen, wo bereits der mit Steffen Hofmann und Guido Burgstaller (fliegt nicht soooooo gerne) vorgefahrene Mannschaftsbus wartete. Um 17:30 Uhr die obligatorische internationale Pressekonferenz (österreichische Medienvertreter waren bis auf Martin Lang, der für Radio Wien und das ORF-TV vor Ort war, nicht anwesend), eine halbe Stunde das Abschlusstraining in der hochmodernen Arena des Klubs mit französischen Eigentümern.

Der Abend vor dem Spiel verlief für uns "Nicht-Sportler" sehr gemütlich, in der Nähe des Teamhotels Divinus (das nur wenige Gehminuten vom Stadion entfernt ist) fand in einem Park das "Debrecen Beer Festival" statt, ein Highlight bei sehr gemütlichem Ambiente. Am Matchtag selbst habe ich auf eine Stadtbesichtigung verzichtet, es wurde von den ungarischen Behörden nicht rasend empfohlen, als Rapidler durch die City zu flanieren. Egal, das Match stand ja im Mittelpunkt und vor etwas mehr als 16.000 Zuschauern im fast vollen Stadion gelang an diesem sommerlichen Abend ein perfektes Rückspiel. Rasch 1:0 in Führung, am Ende stand gar ein 5:0-Triumph für meine Grün-Weißen. Natürlich wurde auf diesen im Teamhotel noch angestoßen, am Freitag ging es dann am Vormittag wieder retour nach Wien und direkt retour ins Trainingszentrum, wo schon am frühen Nachmittag für mich und den Trainer wieder ein Zoom-Pressegespräch vor dem Sonntags-Match bei Blau Weiß Linz und für die Spieler eine Übungseinheit auf der Agenda stand. 

Hier ein paar Foto-Impressionen von der Reise: