Freitag, 23. Juni 2017

Naxos: Comeback nach zehn Jahren

Traditionell führt mich im Sommer (entweder Juni und/oder September) der Urlaub in mein geliebtes Griechenland (siehe auch hier) - heuer war es erstmals seit acht Jahren wieder soweit und wurde es fast exakt zwei Wochen am Stück, also mehr als bei den vergangenen Reisen. Nach einem Jahrzehnt verschlug es mich (bzw. uns, die bessere Hälfte war ja natürlich auch wieder dabei, möchte aber im Regelfall nur selten Fotos von ihr im Netz sehen, was natürlich zu respektieren ist) wieder einmal auf die Kykladen (dazwischen ging es mehrfach auf Karpathos, Kreta, sowie zweimal auf Skiathos und je einmal auf Alonissos, Kefalonia und Lefkada). Der avisierte Flug nach Mykonos, wo wir ein paar Tage Station machen wollten, fiel aufgrund zu später Reiseplanung aus, war - wohl dem Pfingstwochenende geschuldet - schlicht und einfach ausgebucht. So ging es von Wien-Schwechat nach Thira (Santorini) und direkt nach der Landung weiter per Schiff nach Naxos. Für die ersten sieben Tage und es war ein Comeback nach exakt einem Jahrzehnt!

Bereits unsere ersten gemeinsamen Griechenland-Urlaube haben wir zumindest mehrheitlich auf der größten Kykladen-Insel verbracht, nämlich von 1995 bis 1999 und eben im Jahr 2007. Es ist nach wie vor wunderbar dort, aber natürlich merkt man, dass sich touristisch ziemlich viel getan hat. Aber nicht übertrieben, große Hotelburgen sucht man (zumindest in der Gegend wo wir uns damals und auch nun aufgehalten haben, nämlich rund um Agia Anna, Plaka und Mikri Vigla vergebens)! Heuer haben wir uns für ein recht abgeschiedenes Quartier in der Nähe von Mikri Vigla - zudem nur ca. 200 Meter Fußweg zum Plaka-Strand, entschieden. Eine gute Wahl, den abgesehen von den überaus freundlichen Gastgebern hat uns eine nette kleine Anlage mit acht Appartements (wunderschön und rund 40 Quadratmeter groß) samt feiner Pool-Anlage erwartet. Erstmals überhaupt hatten wir auch Frühstück dabei, gerade für griechische Verhältnisse sehr ausgiebig und natürlich im Freien einzunehmen (aber überdacht, was sinnvoll ist, was der einzige etwas regnerische Tag auch bewiesen hat!).  Valena Mare heißt die Anlage, ist nur zu empfehlen und für wohlfeile 480 Euro, also 240 pro Person, hatten wir im Angebot zu Wohnen und Frühstück auch einen Leihwagen, einen kleinen und nicht mehr ganz neuen Fiat Panda, mit dabei!

Die nach der wirklich kräftezehrenden Saison mit Rapid ganz notwendige Entspannung hat sich umgehend eingestellt, die Strände von Agia Anna, Plaka und vor allem Mikri Vigla mit der gleichnamigen wunderbaren Taverne haben wir genossen, ebenso die abendlichen Einkehrschwünge in netten, traditionellen Tavernen, die es teilweise schon bei unserem ersten Besuch vor über zwei Jahrzehnten gab. Es fiel nicht leicht, wieder abzufahren, aber schon im Vorfeld haben wir eine Bootsfahrt nach und ein Quartier auf Amorgos, wo wir beide noch nicht waren, gebucht. Dazu in zwei anderen Beiträgen mehr!

Hier einige Impressionen - Hafen von Thira und dann Naxos:

Hafen von Thira, von dort ging es mit einer flotten Fähre nach Naxos! 

Blick auf die Chora von Naxos, erstmals nach fast genau zehn Jahren! 

Erster märchenhafter Sonnenuntergang des Urlaubs, direkt vor einer Taverne am Plaka-Strand

Einer der traumhaften Sandstrände auf Naxos, hier irgendwo zwischen Agia Anna und Agios Prokopios

Ein Platzerl, das mich auch schon vor zwei Jahrzehnten begeistert hat!

Einer der schönsten Strände der Insel bei Mikri Vigla

Und noch einmal aus anderer Perspektiven

Im Inselsüden

Ausblick aus der feinen Taverne Mikri Vigla

Der Baum ist seit 2007 gewachsen, vor allem aber wurden die Sessel und Tische viel mehr im "Paradiso" bei Agia Anna

Das Essen ist dort nach wie vor grandios und recht preiswert

Keine fünf Gehminuten von unserem Quartier entfernt dieses feine Platzerl! 

Einfach schön, "Old Market" im Hauptort Chora

Nochmal Old Market

Das Pool bei unserem Quartier

Aus anderer Perspektive noch einmal 

Immer Pflicht - der wunderbare Saganaki - so mag ich Käse am Liebsten! 



Mittwoch, 21. Juni 2017

Diogenes Doppelpack mit Suter und McCarten

So machte Urlaubsauftakt Spaß! Vor dem Abflug zum diesjährigen (traditionellen, aber erstmals seit Jahren wieder einmal ungewohnt langen zwei Wochen) Griechenland-Urlaub fiel mir im Shop noch der neue Roman von Martin Suter, einem von mir sehr geschätzten Schweizer Autor, in die Hände. "Elefant", so der Titel, fand somit flugs den Weg ins Reisegepäck, Buchrücken an Buchrücken mit dem im gleichen Verlage, nämlich Diogenes, erschienen Roman "Licht" des Neuseeländers Anthony McCarten!




Letzteren bekam ich wenige Wochen zuvor zum Geburtstag geschenkt (wie einige weitere Bücher) und war auf meiner Liste für den Urlaub auf Nummer 1. Weil mir der Autor ausgesprochen gut gefällt (in den letzten Jahren genoss ich die Lektüre seiner Werke "Superhero", "Ganz normale Helden", "Der englische Harem" und "Hand aufs Herz") und Diogenes-Bücher auch in der Hardcover-Variante sehr angenehme Reisebücher sind. Auch "Licht" ist ein gelungener Roman von McCarten, erzählt wird eine fiktive Story rund um Thomas Alva Edison, dem Erfinder der Glühbirne, und J.P. Morgan, dem zu seiner Zeit wohl mächtigsten Banker der Vereinigten Staaten. Auch historische Fakten werden bei der Erzählung um den "Stromkrieg" berücksichtigt. Nicht das beste Buch von McCarten, der in seiner Bibliographie noch zwei weitere ("Funny Girls" und "Liebe am Ende der Welt", die ich auch bald noch lesen möchte) Romane aufweisen kann, aber durchwegs interessante und unterhaltsame Lektüre! Und rasch gelesen, schon am Abend des ersten Urlaubstages war ich damit fertig, begründet mit zwei Stunden Flug, gut drei Stunden am Hafen von Thira, sowie rund 90 Minuten auf der Fähre!

So traf es sich gut den ersten "echten" Urlaubstag auf Naxos gleich mit Martin Suter zu starten. Mit "Elefant"  gelang ihm meiner Meinung eines seiner besten Outputs der letzten Jahre. Von seinen letzten Werken war ich nicht mehr ganz so begeistert wie von den großen Highlights zu Beginn seiner Karriere (ich war von "Small World", "Die dunkle Seite des Mondes" und "Ein perfekter Freund" wirklich begeistert), aber mit seinem neuesten Werk hat er zumindest meinen Geschmack voll getroffen. Eine tolle, unterhaltsame, auch romantische Geschichte rund um ein Gen-Experiment, das einen rosa Elefanten in Miniaturausfertigung ins Land der Eidgenossen bringt. Möge Herr Suter seine wiedergewonnene Hochform halten, denn dann freue ich mich schon auf seinen hoffentlich bald erscheinenden nächsten, dann bereits 15. Roman, den ich so wie alle 14 anderen auch gerne lesen würde! Suter hat mir auf alle Fälle einen ohnehin schon traumhaften Tag an einem schönen Strand zwischen Ag. Prokopios und Ag. Anna noch weiter versüßt und es zustande gebracht, dass ich innerhalb von rund 48 Stunden mehr Bücher gelesen habe als ich das im Verlauf der ganzen, schwierigen Fußball-Frühjahrssaison zwischen 12. Februar und 1. Juni geschafft habe!

Links:
Rezension zu Licht in der Kölschen Rundschau
Rezension zu Elefant auf der Homepage von DER SPIEGEL

Sonntag, 4. Juni 2017

Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten

Ein in UK seit Jahrzehnten populärer Roman über Fußball und ich kenne den nicht? Und bekomme ihn dann noch von einer an diesem Sport recht uninteressierten Freundin auch noch zum letzten Geburtstag geschenkt. Ob das was sein kann?



Ja, es kann! Und wie! Bereits 1975 erschien im Original "How Steeple Sinderby Wanderers Won the FA Cup"von J.L. Carr, aber erst 2017 in deutscher Sprache. Ein wundervolles Buch über einen Amateurclub aus einem Kaff in Yorkshire, der ein echtes Wunder vollbringt. Witzig und (leider) auch rasch gelesen, da nur 190 Seiten stark. Erschienen bei "Dumont" und trotz meines festen Glaubens, bei Lektüre vor dem ÖFB-Cup-Finale einen Zusatzvorteil für den Außenseiter, "meiner" Rapid, zu erlangen, blieb dieser ersehnte Erfolg leider aus. Der mehr als liebenswerten Truppe aus Sinderby war es zumindest vergönnt, im Finale mussten die Rangers aus Glasgow dran glauben, schon vorher Manchester, wobei offen bleibt, ob City oder United, doch auch das in diesem herrlichen Roman völlig nebensächlich! Lesen, wenn man nur ein wenig Fußball mag!