Samstag, 4. August 2012

Keine 48 Stunden Novi Sad

Lange Pause für mich in Bezug auf Auswärtsreisen in beruflicher Mission zu einem Europapokalspiel mit Rapid. Letztmalig war dies im November 2005 der Fall, damals im Zuge der Champions-League mit Autofahrt nach München (0:4) und Flugreise nach Brügge (2:3). Leider setzte es auch nach knapp sieben Jahren Pause eine Niederlage. Und noch dazu eine mehr als kuriose....



Los ging es am 1. August um 10 Uhr mit rund 130 Mann/Frau via AUA von Schwechat (eingecheckt im völlig missglückten neuen Terminal 3....), von Belgrad aus dann rund 60 Minuten mit dem Bus nach Novi Sad. Dort kamen wir in einem durchaus feinen Hotel (Park) unter, dieses gehört übrigens (wie so vieles andere in dieser durchaus charmanten Stadt) dem Präsidenten des FK Vojvodina, einem gewissen Ratko Butorovic. Der Mann ist ohnehin ein eigenes Kapitel. Er machte einen durchaus sympathischen Eindruck, sein Outfit ist allerdings eher gewöhnungsbedürftig, so erschien er zum Match in einem Designer-Jogging-Anzug, mit Baseball-Kap und riesiger Kette um den Hals (Batterie sorgte für lustiges Leuchten....).



Doch egal - am Abend vor dem Match stand für mich mit den wenigen mitgereisten Medienvertreter ein Abendessen auf der wunderschönen Festung über der Donau (die Lokale samt Hotel dort gehören übrigens - na wem schon?) auf dem Programm. Sensationell leckeres Essen, ausgesprochen freundliche Bedienung und zudem für mitteleuropäische Verhältnisse traumhafte Preise (eine kleine Völlerei für acht Personen schlug mit nicht einmal 200 Euro zu Buche....). An gleicher Stelle - es soll also etwas Schlimmeres einem widerfahren - wurden am Spieltag die per Bus nach Novi Sad anreisenden Rapid-Fans von der serbischen Polizei freundlich festgehalten, damit es in den engen Gassen der malerischen Innenstadt keine unliebsamen Überraschungen geben möge. Für viele Anhänger, die zum Großteil gemütlich eine Auswärtsfahrt machen und zudem ein paar Eindrücke von der Stadt gewinnen wollten, natürlich eine herbe Enttäuschung.



Die sollte schlussendlich auch das Match aus grün-weißer Sicht bringen. Unsere Mannen spielten streckenweise nicht schlecht, vergaben aber beste Chancen und scheiterten zweimal am Torgestänge (einmal per Elfmeter....). Beim 0:1 schlief die Defensive und das 0:2 ist bereits ein Renner auf You-Tube (über 400.000 Aufrufe in den ersten 48 Stunden nach dem Match!). Ein Pfiff im Stadion (aber leider nicht von Referee) und Torhüter Lukas Königshofer möchte das Spiel schnell machen, rollt den Ball ein paar Meter weit von sich weg, um mit einem Abschlag in der 94. Minute (!) eine vielleicht letzte Chance auf den Ausgleich einzuleiten. Das Spiel wurde tatsächlich schnell gemacht, nämlich von einem Spieler des FK Vojvodina, der die Wuchtel humorlos, aber effektiv, in die Maschen knallte. Da Rapid durch ein Tor in der 96. Minute (Ein Schuss von Deni Alar fand via Gegenspieler freundlicherweise auch noch den Weg ins Netz) noch wichtige Ergebnis-Korrektur vornehmen konnte, ist die Chance auf den Aufstieg (ins Play-Off der Europa-League-Quali, Anm.) durchaus noch intakt!

1 Kommentar:

Brucki hat gesagt…

ich fand auch das Portaitfoto des Präsidenten im Netzleiberl (sicher ebenfalls eine Designermarke) mit Sakko darüber im Matchprogramm durchaus extravagant :)