Donnerstag, 12. März 2026

Eroberung

Ein Roman, auf den ich vor einigen Jahren - wenn ich mich recht erinnere - durch einen Beitrag im von mir sehr geschätzten TV-Format "Druckfrisch" (ARD) aufmerksam geworden bin, war "Eroberung" vom französischen Autor Laurent Binet. 

Im Original ist der wunderbare Roman bereits im Jahr 2019 unter dem Titel "Civilizations" erschienen, ein Jahr später bei Rowohlt in deutscher Sprache und 2022 dann im selben Verlag als Taschenbuch, diese Ausgabe lag dann auch zum letzten Weihnachtsfest auf meinem traditionellen Bücherpackerl. 




Als alter "Trekkie" liebe ich ja das Spiel mit alternativen Welten und der 1972 in Paris geborene Binet spielt sich mit dem Thema perfekt. Ganz kurz zusammengefasst: Was wäre gewesen, wenn nicht die Europäer wie Senor Christoph Kolumbus den amerikanischen Kontinent unterjocht hätten, sondern dort gescheitert wären und sich das Volk der Inkas auf den Weg Richtung "Orient" mit erstem Ziel Lissabon gemacht hätten. In "Eroberung" ist dieses Szenario eingetreten, zudem schafften es die Wikinger hunderte Jahre davor schon bis nach Südamerika. Auf fast 400 mehr als kurzweiligen Seiten (nur im ersten Kapitel um die Wikinger mit der "Saga von Freydis Eriksdottir" benötigte ich etwas Anlaufzeit) zog mich "Eroberung" voll in den Lesebann, vor allem das Hauptkapitel mit dem nach dem legendären Inka-Herrscher benannten "Atahualpa-Chroniken" ist absolut genial! 

Somit eine uneingeschränkte Leseempfehlung für diesen Roman, der in mir Erinnerungen an "Geschichte machen" von Stephen Fry (die Geburt von Adolf Hitler wird verhindert; von mir gelesen anno 1999), "Vaterland" von Robert Harris (die Nationalsozialisten gewinnen den Zweiten Weltkrieg; von mir gelesen 1996), "NSA" von Andreas Eschbach (in der NS-Ära gibt es bereits die moderne Computertechnologie; von mir gelesen anno 2020) oder "Der Platz an der Sonne" von Christian Torkler (Flüchtlingswelle vom verarmten Europa ins reiche Afrika; von mir gelesen ebenfalls anno 2020) wachgerufen hat! 

Mehr zu "Eroberung" hier:
Deutschlandfunkkultur - SZ - literatur-blog.at 


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