Mittwoch, 23. Dezember 2020

Das Kind in mir will achtsam morden

Die Fortsetzung des gerade in Deutschland extrem erfolgreichen Roman-Debüts des Rechtsanwaltes Karsten Dusse "Achtsam morden" (mit Stand heute in der 78. Woche wieder einmal Nummer 1 in den Taschenbuch-Charts des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel"!) trägt den etwas sperrigen Titel "Das Kind in mir will achtsam morden".

Ganz kann dieser Nachfolgeroman, der in der Handlung direkt an seinen Vorgänger anschließt, nicht mithalten. Das war auch zu erwarten, denn Teil 1 ist wirklich grenzgenial und lebt natürlich auch von dieser ziemlich einzigartigen Idee, diverse Leitsätze aus einem psychologischen Ratgeber für eine veritable kriminelle Karriere einzusetzen.

Aber auch "Das Kind in mir will achtsam morden" ist die Lektüre wert und bietet leichte und auch humorvolle Unterhaltung. Das "Personal" bleibt unverändert und es macht sicher Sinn, wenn man zuerst das Debüt von Dusse liest. 

Mehr zu dem rund 480 Seiten dicken Taschenbuch aus dem Heyne-Verlag gibt es u.a. hier zu lesen oder auch hier! Teil 3 ist bereits für 26. April 2021 avisiert, erstmals soll ein Roman vom Herrn Rechtsanwalt als Hardcover erscheinen, ich denke aber, dass ich bis zum Taschenbuch abwarten kann! 

Sonntag, 13. Dezember 2020

Campino liest Hope Street

Eine Premiere für mich im hohen Alter! Erstmals ein Hörbuch und das war richtig gut. Vor einigen Wochen veröffentlichte Campino, Sänger der legendären Band "Die Toten Hosen", ein autobiographischens Werk mit dem Titel "Hope Street - Wie ich einmal englischer Meister wurde". Ich wollte mir das Buch bei Gelegenheit  - als gedrucktes Werk - zulegen, stolpere aber neulich bei Apple Music über das Hörbuch. Zuerst dachte ich, das werden halt ein paar Ausschnitte sein, aber nein - alles wird dir als Abonnent zur Verfügung gestellt, inklusive sieben kurzer akustisch eingespielter Songs wie eben "Hope Street", aber auch "Ferry cross  the Mercy" und natürlich "You´ll never walk alone", die Vereinshymne des Liverpool FC (der eine ganz besondere Rolle in diesem Werk spielt), die auch seit Jahrzehnten immer als letzte Zugabe bei Konzerten der Hosen zum Besten gegeben wird!



Zum Hörbuch: Ich habe die Lesung von Campino wirklich genossen, sowohl beim Autofahren als auch mit den AirPods in den Ohren bei Stadtspaziergängen oder im Bett. Der 1962 als Sohn einer Engländerin und eins Deutschen geborene Andreas Frege (so sein bürgerliche Name) bietet interessante Einblicke in seine private Biografie bis hin zu Kindheitserinnerung und ganz besonders seine Liebe zu England und zu seinen Reds, die in diesem Corona-Sommer erstmals seit 30 Jahren wieder Meister wurden. Anhand dieser magischen Saison strickt Campino seine Erzählungen und als Leser habe ich mich oft förmlich wiedergefunden. Der Aberglaube, der wohl jedem Fußballfan eigen ist, vereint uns ebenso wie seine Leidenschaft für Tipp-Kick, so wie ich selbst hat auch der kleine Frege in Kindheits- und Jugendtagen ganze Meisterschaften mit diesem schönen Spiel nachgestellt. 

Ich tendiere dazu, in geraumer Zeit "Hope Street" auch als gedrucktes Buch zu lesen! 

Mehr zu "Hope Street" findet man u.a.:

Samstag, 12. Dezember 2020

Libellen im Kopf

Vor fünf Jahren hat mich der Debütroman des Briten Gavin Extence schwer begeistert - "Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat" war eine wunderbare Lektüre. Daher habe ich mir schon damals vorgenommen, einen etwaigen Nachfolge-Roman des 1982 geborenen Doktors der Filmwissenschaften mit Sicherheit zu lesen. 



Irgendwie habe ich Extence aber aus den Augen verloren und erst im heurigen Corona-Sommer entdeckt, dass Ende 2018 mit "Libellen im Kopf" (im Original bereits 2015 als "The Mirror World of Melody Black" erschienen) tatsächlich Roman Nummer 2 als Taschenbuch von ihm erschienen ist. Wie fast immer wäre es besser gewesen den Originaltitel zu belassen, "Die Schattenwelt von Melody Black" gefiele mir zumindest besser als der vom Verlag gewählte Titel. Aber egal, besagte Melody Black ist jedenfalls nicht die Hauptperson von "Libellen im Kopf", sondern eine weitere junge Frau. Und zwar Abigail Williams, Mitte 20 und allerseits Abby genannt. Abby hat eine bipolare Störung, das verbindet sie, wie im Nachwort ersichtlich wird, mit dem Autor. "Libellen im Kopf" zeichnet das Leben von Abby samt Einweisung in die Psychiatrie schön und teilweise witzig nach, der Roman kann trotzdem mit "Das unerhörte Leben des Alex Woods" nicht einmal ansatzweise mithalten. "Libellen im Kopf"  bietet eher anspruchslose Unterhaltung, ist aber relativ kurzweilig zu lesen und mit knapp 350 Seiten hat man das Paperback auch relativ flott durch. 

Hier ist eine umfangreiche und recht hymnische Rezension zu "Libellen im Kopf" zu finden!