Samstag, 12. Dezember 2020

Libellen im Kopf

Vor fünf Jahren hat mich der Debütroman des Briten Gavin Extence schwer begeistert - "Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat" war eine wunderbare Lektüre. Daher habe ich mir schon damals vorgenommen, einen etwaigen Nachfolge-Roman des 1982 geborenen Doktors der Filmwissenschaften mit Sicherheit zu lesen. 



Irgendwie habe ich Extence aber aus den Augen verloren und erst im heurigen Corona-Sommer entdeckt, dass Ende 2018 mit "Libellen im Kopf" (im Original bereits 2015 als "The Mirror World of Melody Black" erschienen) tatsächlich Roman Nummer 2 als Taschenbuch von ihm erschienen ist. Wie fast immer wäre es besser gewesen den Originaltitel zu belassen, "Die Schattenwelt von Melody Black" gefiele mir zumindest besser als der vom Verlag gewählte Titel. Aber egal, besagte Melody Black ist jedenfalls nicht die Hauptperson von "Libellen im Kopf", sondern eine weitere junge Frau. Und zwar Abigail Williams, Mitte 20 und allerseits Abby genannt. Abby hat eine bipolare Störung, das verbindet sie, wie im Nachwort ersichtlich wird, mit dem Autor. "Libellen im Kopf" zeichnet das Leben von Abby samt Einweisung in die Psychiatrie schön und teilweise witzig nach, der Roman kann trotzdem mit "Das unerhörte Leben des Alex Woods" nicht einmal ansatzweise mithalten. "Libellen im Kopf"  bietet eher anspruchslose Unterhaltung, ist aber relativ kurzweilig zu lesen und mit knapp 350 Seiten hat man das Paperback auch relativ flott durch. 

Hier ist eine umfangreiche und recht hymnische Rezension zu "Libellen im Kopf" zu finden! 

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