In diesem Juli wagte ich mich also an dieses Buch und wieder bietet Nicholls seiner Leserschaft auf rund 500 Seiten eine kurzweilige, oft witzige und natürlich romantische Geschichte, dieses Mal mit dem Teenager Charlie, der als 16-jähriger Bursche schwer unter der Trennung seiner Eltern leidet, als Hauptfigur. Und Charlie ist es, der seine erste große Liebe findet, eine leichte Kost, die trotzdem richtig gut gefällt. In wenigen Wochen, Ende August 2024, erscheint in deutscher Sprache zudem der nächste Roman von Mister Nicholls, in deutscher Sprache wohl wieder der Vermarktung geschuldet mit dem Titel "Zwei in einem Leben". Im Original hört sich das mit "You are here" schon etwas besser an.
Sonntag, 4. August 2024
Sweet sorrow
Im Jahr 2010 bin ich durch Zufall auf zwei Bücher des britischen Autors David Nicholls gestoßen und "Keine weiteren Fragen" sowie "Ewig Zweiter" haben mich recht gut unterhalten. Ein Jahr später genoß ich dann die Lektüre seines dritten Romans "Zwei an einem Tag". Dieses Werk, im Original als "One day" veröffentlicht, des ursprünglich als Drehbuchautors erfolgreichen Schriftstellers läuft seit einiger Zeit (also mit mehr als einem Jahrzehnt Verspätung) als Serie auf netflix! 2014 veröffentlichte der 1966 geborene Nicholls dann "Drei auf Reisen" (der deutschsprachige Titel wurde wohl aus Marketinggründen so gewählt, im Original heißt der Roman schlicht "Us"). Jahrelang ungelesen bei mir daheim, genoß ich dieses Buch dann während der ersten Phase der Corona-Pandemie, da war längst "Sweet sorrow", sein fünftes Ouvre in Romanform, auf dem Markt. Übrigens gleichlautender Titel auch in deutscher Sprache, nur dort mit dem Zusatz "weil die erste Liebe unvergesslich ist"!
Sonntag, 28. Juli 2024
Auswärtssieg in Kraków
Nachdem ich im Juli 2022 erstmals fußballtechnisch in Polen sein durfte (2:1-Sieg bei Lechia im wunderschönen Danzig - siehe hier) brachte das Los für das erste Rapid-Spiel im Rahmen der Qualifikation zur UEFA Europa League 2024/25 wieder eine mehr als sehenswerte Destination und einen spannenden Klub aus dem sechstgrößten und fünftbevölkerungsreichsten Land der Europäischen Union!
Das Ziel hieß Kraków, einst als Krakau auch Teil des riesigen k. u. k.-Reiches, der Klub Wisla, bislang 13mal polnischer Meister. Die rund 800.000 Einwohner zählende Metropole am Fluß Weichsel (auf polnisch eben Wisla) ist definitiv auch mal privat eine Reise wert, leider konnte ich nur am Spieltag rund zwei Stunden in die Altstadt schlendern, doch alleine das war atemberaubend schön!
Der Klub, dessen Fangemeinde mit dem Stadtrivalen KS Cracovia, dessen Stadion in unimittelbarer Nähe der modernen Heimspielstätte von Wisla liegt, eine innige Abneigung verbindet, ist vor zwei Jahren in die zweithöchste polnische Spielklasse abgestiegen und landete dort vergangene Saison nur auf Platz 10 (Meister wurde übrigens Lechia Gdansk). Dort haben sie einen unfassbaren Zuschauerschnitt von fast 20.000, auswärts sind die berüchtigten Hardcore-Anhänger allerdings zuletzt ausgesperrt geblieben. Nur im Pokalfinale, das Wisla gewinnen konnte und sich somit für den Europacup 2024/25 qualifizierte, durften sie dabei sein und kommenden Donnerstag dann auch rund 2.000 beim Rückspiel in Wien-West-Hütteldorf. Hätte es nicht einen auf grün-weiße Vereinsmitglieder und Jahreskartenbesitzer:innen beschränkten Ticketverkauf gegeben, wäre wohl ein Vielfaches an Wisla-Fans ins Allianz Stadion gepilgert! Aber zurück zum rund 32 Stunden langen Trip nach Krakau, der eigentlich etwas länger dauerte.
Geplanter Abflug in Wien mit der Südtiroler Linie "Skyalps" war um 11 Uhr, zwei Stunden vorher fand ich mich am Vienna International Airport ein. Ausnahmsweise viel zu früh, denn kurz darauf kam die Info, dass sich der Abflug aufgrund technischer Probleme am 72 Sitze fassenden Fluggerät verzögern wird. Um 13:02 Uhr ging es aber los nach Polen, etwas mehr als eine Stunde später landete der Flieger am nach Papst Johannes Paul II (einst Bischof von Krakau) benannten Airport der zweitgrößten Stadt Polens. Unser Mannschaftsbus mit dem Großgepäck war längst vor Ort, rund 40 Minuten dauerte es dann bis ins Teamhotel, einem Hilton Garden Inn rund zehn Autominuten von der bereits erwähnten historischen Altstadt.
"Mittagessen" gab es gegen 15 Uhr, Pressekonferenz und Abschlusstraining wurden etwas nach hinten verlegt und als Vorhut fuhr ich u.a. mit unserem Cheftrainer Robert Klauß und Neo-Kapitän Matthias Seidl in Henry-Reyman-Stadion, dass tags darauf mit über 30.000 Zuschauern (bis auf den Gästesektor, in dem sich rund 700 Rapidlerinnen und Rapidler sammelten) ausverkauft sein sollte. Das Medieninteresse war enorm, aus Österreich reisten allerdings lediglich Ö3 (Adi Niederkorn, der am Flughafen von uns ein kleines Präsent zu seinem 60. Geburtstag, den er während der EURO in Deutschland beging), die Krone und die Fotoagentur GEPA mit. Ausnahmlos freundliche und kompentente Kolleginnen und Kollegen von Wisla Kraków machten uns den Aufenthalt richtig leicht, die Medienvertreter:innen traten sehr respektvoll auf und wir erfuhren im Zuge der obligatorischen Pressekonferenz am MD-1 (UEFA-Sprech für den Tag vor dem Spiel), dass Rapid am 22. Juli 1924 ein Freundschaftsspiel bei Wisla bestritten hatte und mit 2:1 für sich entscheiden konnte. "History repeating", denn am 25. Juli 2024 wiederholte sich dieses Ergebnis wieder, unser schwedischer Offensivspieler Isak Jansson erzielte das wichtige 1:0 und Matthias Seidl sorgte mit einem Traumtor (Innenstange und Innenstange und dann hinter die Torlinie) für das 2:0. Nach einer Roten Karte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit für den ungarischen Neuzugang Bendi Bolla war es in Unterzahl nicht leicht und gelang den Gastgebern noch der Anschlusstreffer, in der letzten Aktion des Spiels hatten sie sogar den Ausgleich auf dem Fuß. Gott sei Dank blieb es aber beim 2:1 und für uns ging es unmittelbar nach einer der kürzesten Post-Match-Pressekonferenzen und den ORF-Interview retour zum Flughafen und gegen 23:30 Uhr landeten wir wieder sicher in Schwechat.
Hier einige Impressionen aus dem Stadion und der wunderschönen Altstadt von Kraków, in der ich im Hard Rock Cafe meine T-Shirt-Sammlung der Restaurantkette erweitern konnte!
Hier einige Impressionen aus dem Stadion und der wunderschönen Altstadt von Kraków, in der ich im Hard Rock Cafe meine T-Shirt-Sammlung der Restaurantkette erweitern konnte!
| © SK Rapid | Daniel Widner |
| © SK Rapid | Daniel Widner |
| © SK Rapid | Daniel Widner |
| © SK Rapid | Daniel Widner |
| Werbetafel vs Mein Kopf 0:1 - © SK Rapid | Daniel Widner |
| © SK Rapid | Daniel Widner |
Sonntag, 21. Juli 2024
Wellness
Im Sommer 2017 begeisterte mich der Roman "Geister", verfasst vom US-Autor Nathan Hill und eher zufällig entdeckt für mich, über alle Maßen. Über Jahre habe ich beim Online-Buchhändler meines Vertrauens geschaut, ob es mehr von diesem Schriftsteller gibt, aber leider nicht.
Vor einigen Wochen dann sprang mir "Wellness", der zweite (zumindest in deutscher Sprache) erschienene Roman von Hill im Welser Bahnhofsshop, eher bekannt für seine Zeitungen und Zeitschriften, förmlich ins Auge. Ein Pflichtkauf und ob seines Seitenvolumens (mehr als 700 an der Zahl) war mir klar, dass ich dafür ein paar ruhige Tage brauche. Die sogenannte "Sommerpause" sollte es sein, aber da ich erst am vorletzten Tag unseres neuntägigen Kroatien-Urlaubs mit der Lektüre begann, sollte es sich aus Zeitmangel bis weit in den Juli ziehen, bis ich dieses abermals wunderbare Buch fertig gelesen habe.
Wie "Geister" ist auch "Wellness" ein Gesellschaftsroman, obwohl großteils in den 1990-er-Jahren angesiedelt, zudem topp-aktuell. Nathan Hill ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und wird wohl nicht umsonst selbst vom großen John Irving mit Komplimenten überhäuft. Die Story um die Hauptprotagonisten Jack & Elizabeth ist very well done, finde ich!
Mehr zu "Wellness" u.a. hier:
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